Seliger Władysław Goral
Bischof · 1898-1945
Bischof und Märtyrer, Weihbischof von Lublin, Häftling in Sachsenhausen
Der selige Władysław Goral war Weihbischof der Diözese Lublin und Märtyrer. Er verbrachte mehr als fünf Jahre in Isolation im deutschen Konzentrationslager Sachsenhausen, wo er 1945 starb. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 26. April zusammen mit dem seligen Stanisław Kubista, einem Priester der Gesellschaft des Göttlichen Wortes, der am 26. April 1940 im selben Lager starb. In Polen wird der 108 Märtyrer des Zweiten Weltkriegs, unter ihnen Bischof Goral, gemeinsam am 12. Juni gedacht.
Er wurde am 1. Mai 1898 im Dorf Stoczek in der Region Lublin als Sohn von Kajetan und Julianna geb. Zielińska geboren und in der Pfarrkirche von Dys getauft. Nach dem Priesterseminar in Lublin ging er 1920 zum Studium nach Rom, wo er am 18. Dezember desselben Jahres in der Lateranbasilika zum Priester geweiht wurde. An der Gregoriana erwarb er den Doktorgrad in Philosophie, danach studierte er Theologie in Freiburg in der Schweiz und war als Seelsorger unter den Polen in Frankreich tätig.
Nach der Rückkehr von seinen Studien im Ausland wurde er Professor am Priesterseminar in Lublin. Viele Jahre lang gab er das diözesane Amtsblatt „Wiadomości Diecezjalne Lubelskie“ heraus, war ein geschätzter Beichtvater, leitete den Priesterverband „Unitas“ und setzte sich gegen Arbeitslosigkeit und Armut ein. 1938 ernannte ihn Papst Pius XI. zum Weihbischof der Diözese Lublin. Die Bischofsweihe empfing er am 9. Oktober 1938 in der Kathedrale von Lublin durch Bischof Marian Leon Fulman.
Sein Dienst als Bischof dauerte kaum mehr als ein Jahr. Am 17. November 1939 verhafteten ihn die Deutschen zusammen mit Bischof Fulman und einer Gruppe von Geistlichen im Rahmen einer Aktion gegen die polnische Intelligenz. Am 27. November verurteilte ein deutsches Standgericht beide Bischöfe und elf Priester unter falschen Anschuldigungen zum Tod. Nach einer Intervention des Heiligen Stuhls wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt, und am 4. Dezember 1939 wurden die Gefangenen in das Lager Sachsenhausen bei Berlin gebracht.
Im Lager wurde er in strenger Isolation gehalten, in einer Zelle des Lagerbunkers, abgeschnitten von den anderen Häftlingen. Er durfte Briefe an seine Familie schreiben, und Mithäftlinge, die ihn zu sehen bekamen, erinnerten sich an seine Würde und Gelassenheit trotz Demütigung und Einsamkeit. Das Römische Martyrologium sagt, er habe die Würde des Menschen und den Glauben tapfer verteidigt.
Der genaue Tag und die Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Das Apostolische Schreiben zur Seligsprechung gibt an, dass er im April 1945 in Sachsenhausen an den Folgen von Qualen und Krankheiten starb. Das Martyrologium spricht von seinem Tod in Gefangenschaft an einer Krankheit, an einem ungewissen Tag. Der 26. April ist daher nicht sein Todestag, sondern der Tag des gemeinsamen Gedenkens mit dem seligen Stanisław Kubista.
Johannes Paul II. sprach ihn am 13. Juni 1999 in Warschau als einen der 108 Märtyrer der Kirche in Polen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs selig. Er sagte damals, Bischof Goral sei mit besonderem Hass gefoltert worden, nur weil er katholischer Bischof war.