Seliger Jordan von Sachsen
Priester · † 1237
Priester, Dominikaner, zweiter Ordensmeister, Nachfolger des heiligen Dominikus
Der selige Jordan von Sachsen war Dominikaner, Priester und zweiter Meister des Predigerordens, der unmittelbare Nachfolger des heiligen Dominikus. Seine Predigten führten dem Orden viele Studenten und Magister der damaligen Universitäten zu. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 13. Februar.
Er wurde Ende des 12. Jahrhunderts in Deutschland geboren, höchstwahrscheinlich auf dem Burgberg bei Dassel. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt: Die Historiker nennen Jahre von etwa 1175 bis 1190. Er studierte in Paris, wo er Magister der freien Künste und Bakkalaureus der Theologie wurde. 1219 begegnete er dort dem heiligen Dominikus, legte bei ihm die Beichte ab und empfing auf seinen Rat hin die Diakonenweihe.
Zum Orden zog ihn die Predigt des seligen Reginald von Orléans. Das Ordenskleid empfing er am Aschermittwoch, dem 12. Februar 1220, im Pariser Konvent Saint-Jacques, zusammen mit seinem Freund Heinrich von Köln. Schon zwei Monate später reiste er zum ersten Generalkapitel nach Bologna. 1221 wurde er Provinzial der Lombardei, und 1222, weniger als ein Jahr nach dem Tod des heiligen Dominikus, wählte ihn das Generalkapitel in Paris zum Ordensmeister.
Er leitete den Orden fünfzehn Jahre lang. Er besuchte die Konvente in Italien, Frankreich, Deutschland und England, leitete Kapitel und gründete neue Häuser, und unter seiner Leitung stieg die Zahl der Provinzen auf zwölf. Er predigte vor allem in Universitätsstädten wie Paris, Bologna, Padua und Oxford. Die Ordenstradition berichtet, dass mehr als tausend Brüder das Ordenskleid aus seiner Hand empfingen. Unter ihnen war der heilige Albert der Große, der in Padua seine Predigten gehört hatte.
Er arbeitete die Konstitutionen des Ordens aus und sorgte für das Studium der Brüder. Er ordnete an, nach der Komplet zu Ehren der Gottesmutter die Antiphon „Salve Regina“ zu singen. 1233 nahm er in Bologna die feierliche Übertragung der Reliquien des heiligen Dominikus vor, der ein Jahr später heiliggesprochen wurde. Er kümmerte sich auch um die Nonnen: Mit der seligen Diana degli Andalò gründete er in Bologna das Kloster Sant'Agnese.
Er ist der erste Geschichtsschreiber seines Ordens. Sein „Libellus de principiis Ordinis Praedicatorum“, das „Büchlein von den Anfängen des Predigerordens“, ist der älteste Bericht über das Leben des heiligen Dominikus und die ersten Jahre der Gemeinschaft. Die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus haben sich darauf berufen. Erhalten sind auch fünfzig Briefe Jordans an die selige Diana, ein Zeugnis dominikanischer Spiritualität und der geschwisterlichen Verbundenheit der Brüder und Schwestern, sowie sein Gebet zum heiligen Dominikus.
Gegen Ende seines Lebens besuchte er die Brüder im Heiligen Land. Auf der Rückreise, am 13. Februar 1237, zerschellte sein Schiff in einem Sturm, und Jordan ertrank zusammen mit zwei Mitbrüdern. Das Römische Martyrologium berichtet, dass dies in der Nähe von Ptolemais, dem heutigen Akko, geschah. Sein Leichnam, den das Meer an Land spülte, wurde in der dortigen Dominikanerkirche beigesetzt. Die Verehrung, die ihm seit seinem Tod zuteilwurde, bestätigte am 10. Mai 1826 Papst Leo XII., was einer Seligsprechung gleichkommt.