Seliger Isidor Bakanja

Märtyrer · † 1909

Märtyrer, Laienkatechet aus dem Kongo

Der selige Isidor Bakanja war ein junger Laie aus dem Kongo, Arbeiter und Diener, der wegen seiner Treue zum Glauben und weil er das Skapulier des Karmel trug, grausam ausgepeitscht wurde und einige Monate später starb, wobei er seinem Verfolger vergab. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 15. August. Die Karmeliten und die Kirche in Afrika begehen seinen Gedenktag am 12. August, dem im Apostolischen Schreiben zur Seligsprechung genannten Tag.

Er wurde zwischen 1885 und 1890 im Dorf Bokendela geboren, auf dem Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo, die damals persönliches Eigentum des belgischen Königs Leopold II. war. Er gehörte zum Volk der Boangi, und seine Eltern waren Heiden. Als junger Mann zog er nach Coquilhatville, dem heutigen Mbandaka, wo er als Hilfsarbeiter auf Baustellen arbeitete. Dort lernte er den katholischen Glauben kennen und meldete sich zum Katechumenat in der Mission Boloko-Nsimba, die von Trappisten aus der belgischen Abtei Westmalle geleitet wurde.

Am 6. Mai 1906 wurde er im Alter von etwa achtzehn Jahren getauft und erhielt damals das Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Von da an trug er es ständig als Zeichen seines Glaubens und seiner Liebe zu Maria. Am 25. November desselben Jahres empfing er die Firmung und am 8. August 1907 die Erstkommunion.

Später wurde er Diener eines Agenten einer belgischen Gesellschaft, der große Kautschukplantagen gehörten, und zog mit ihm auf die Plantage in Ikili. Ohne Priester und ohne Sakramente betete er allein und lehrte seine Gefährten beten. Er gewann die Achtung seiner Arbeitskollegen, von denen viele keine Christen waren. Die weißen Verwalter der Plantage waren jedoch dem Christentum feindlich gesinnt, und einer von ihnen verbot ihm, das Skapulier zu tragen.

Isidor weigerte sich, denn das Skapulier abzulegen hätte für ihn bedeutet, seinen Glauben zu verleugnen. Dafür wurde er geschlagen, und am 2. Februar 1909 ließ ihn der Verwalter lange und grausam auspeitschen. Er riss ihm das Skapulier vom Hals, und Isidor erhielt mehr als zweihundert Hiebe. Die Wunden heilten nie. Man versteckte ihn vor einem Inspektor, der ihn jedoch fand und zur Behandlung mitnahm.

In Wenga bei Busira besuchten ihn zwei Trappistenmissionare. Er beichtete, empfing die Wegzehrung und versicherte, dass er seinem Verfolger vergeben habe: „Wenn ich im Himmel bin, werde ich viel für ihn beten.“ Er starb am Sonntag, dem 8. oder 15. August 1909, mit dem Skapulier um den Hals und dem Rosenkranz in der Hand; das Dekret über sein Martyrium nennt beide Daten. In den folgenden Jahren nahmen viele Menschen in jener Gegend den katholischen Glauben an.

Das Dekret über sein Martyrium wurde am 2. April 1993 veröffentlicht. Johannes Paul II. sprach ihn am 24. April 1994 auf dem Petersplatz selig, während der Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika, zusammen mit Gianna Beretta Molla und Elisabetta Canori Mora. Er nannte ihn einen wahren Katecheten und einen Baumeister des Friedens und der Versöhnung. 2025 widmete ihm Leo XIV. eine der Katechesen des Heiligen Jahres.