Seliger Grzegorz Bolesław Frąckowiak

Ordensbruder · 1911-1943

Ordensmann und Märtyrer, Steyler Missionsbruder, Buchbinder in Górna Grupa

Der selige Grzegorz Bolesław Frąckowiak war Ordensbruder der Gesellschaft des Göttlichen Wortes, also ein Steyler Missionar. Im Zweiten Weltkrieg nahm er die Schuld an der Verbreitung einer Untergrundzeitung auf sich, um andere zu retten, darunter Familienväter. Er wurde in Dresden enthauptet. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 5. Mai, seinem Todestag.

Er wurde im Juli 1911 in Łowęcice bei Jarocin in Großpolen geboren und auf den Namen Bolesław getauft. Er war das achte von zwölf Kindern einer Bauernfamilie. Als die Steyler Missionare 1927 das Haus im nahen Bruczków übernahmen, schickten ihn die Eltern dorthin in das kleine Missionsseminar. Das Lernen fiel ihm jedoch schwer, und man riet ihm, seiner Berufung als Ordensbruder zu folgen.

Er wurde im Haus der Steyler Missionare in Górna Grupa bei Graudenz (Grudziądz) aufgenommen, wo sich Postulat und Noviziat für die Brüder befanden. Nach einem Jahr Postulat erhielt er am 8. September 1930 das Ordenskleid und den Ordensnamen Grzegorz (Gregor). In der Druckerei des Hauses erlernte er das Buchbinderhandwerk und band die Bücher für die ganze Gemeinschaft, und an der Pforte empfing er die Armen mit großer Sorgfalt. Die ewigen Gelübde legte er am 8. September 1938 ab.

Nach Kriegsbeginn richteten die Deutschen im Haus in Górna Grupa ein Internierungslager für Geistliche ein, und Bruder Grzegorz musste es schließlich verlassen. Während der Besatzung unterrichtete er Kinder im Katechismus, bereitete sie auf die Erstkommunion vor und besuchte Kranke. Als die Gestapo den Ortspfarrer verhaftete, nahm er sich des zurückgebliebenen Allerheiligsten an. Die Gläubigen hielten die ganze Nacht davor Wache, und am Morgen teilte Bruder Grzegorz ihnen die Kommunion aus.

Er wurde zur Arbeit in einer Druckerei in Jarocin verpflichtet. Eine Zeit lang gab er die Untergrundzeitung „Dla Ciebie, Polsko“ (Für dich, Polen) weiter, ließ es aber auf Anraten eines Mitbruders, Pater Paweł Kiczka, wieder sein. Als die Gestapo den Verteilern auf die Spur kam und mit Verhaftungen begann, hatte er seit fast einem Jahr nichts mehr mit der Zeitung zu tun und hätte sich verstecken können. Stattdessen fragte er Pater Kiczka, ob er sich für die Gefangenen opfern dürfe, beichtete, empfing die Kommunion und war am nächsten Tag, im Jahr 1942, im Gefängnis. Er nahm die Schuld auf sich, und einige der Festgenommenen kamen frei. Seinem Bruder erklärte er, er habe alles auf sich genommen, weil er keine Familie habe, sein ebenfalls belasteter Onkel aber Frau und Kinder.

Er war in Jarocin, in Środa Wielkopolska und im Fort VII in Posen inhaftiert. Er wurde geschlagen und gefoltert, und als die Wachen eine in seine Mütze eingenähte Medaille fanden und erfuhren, dass er Ordensmann war, quälten sie ihn mit besonderer Grausamkeit. Seine Mitgefangenen erinnerten sich, dass er jeden Tag das gemeinsame Rosenkranzgebet leitete. In Dresden wurde er zum Tod verurteilt und am 5. Mai 1943 enthauptet. Wenige Stunden zuvor schrieb er seiner Familie einen Brief, in dem er um Gebet und Vergebung bat.

Johannes Paul II. sprach ihn am 13. Juni 1999 in Warschau als einen der 108 Märtyrer des Zweiten Weltkriegs selig, deren gemeinsamen Gedenktag er auf den 12. Juni legte.