Seliger Floribert Bwana Chui

Märtyrer · 1981-2007

Märtyrer, Zollbeamter in Goma, Mitglied der Gemeinschaft Sant'Egidio

Der selige Floribert Bwana Chui war ein junger Laie aus Goma in der Demokratischen Republik Kongo, Jurist, Zollbeamter und Mitglied der Gemeinschaft Sant'Egidio. Er wurde mit sechsundzwanzig Jahren getötet, weil er sich weigerte, verdorbene Lebensmittel über die Grenze zu lassen. Die Kirche gedenkt seiner am 8. Juli, dem Tag, den das Apostolische Schreiben zur Seligsprechung als Tag seiner Geburt für den Himmel bestimmt hat.

Er wurde am 13. Juni 1981 in Goma geboren, einer Stadt am Nordufer des Kivusees an der Grenze zu Ruanda. Er war das erste Kind einer wohlhabenden Familie. Mit elf Jahren empfing er in der Pfarrei vom Heiligen Geist in Goma zugleich die Taufe, die Erstkommunion und die Firmung. Dort war er Ministrant und Lektor und sang auch im Chor.

Im Jahr 2000 begann er an der Universität Goma das Studium der Rechtswissenschaften und wurde zum Sprecher der katholischen Studenten gewählt. Während des Studiums lernte er die Gemeinschaft Sant'Egidio kennen und begann, sie mit anderen jungen Menschen in seiner Stadt aufzubauen. Sie verbanden das Gebet und das Hören auf das Wort Gottes mit dem Dienst an den Armen, vor allem an den Straßenkindern, um die sie sich in der Schule des Friedens kümmerten. Floribert sagte oft, diese Kinder hätten sich ein solches Leben nicht ausgesucht, sondern seien durch die Umstände dazu gezwungen worden.

Nach dem Studium absolvierte er eine Berufsausbildung in Kinshasa und wurde von einer Behörde eingestellt, die beim Zoll die Qualität der Waren prüfte. Im April 2007 kehrte er auf eigenen Wunsch nach Goma zurück, wo er für die Kontrolle eingeführter Lebensmittel zuständig war. Im Juni und Juli setzten ihn skrupellose Leute unter Druck, verdorbene Lebensmittel passieren zu lassen. Zuerst boten sie ihm immer höhere Summen an, dann gingen sie zu Drohungen über. Floribert lehnte jedes Mal ab und ordnete in mehreren Fällen an, verdorbene Waren, vor allem Reis, die die Gesundheit der Menschen gefährdeten, zu vernichten. Nach dem Dekret über sein Martyrium sagte er: „Als Christ kann ich nicht zulassen, dass das Leben der Menschen geopfert wird. Es ist besser zu sterben, als dieses Geld anzunehmen.“

Am 7. Juli 2007 wurde er in Goma von Unbekannten entführt. Am Morgen des 9. Juli fand man seinen Leichnam mit Spuren von Folter und Schlägen. Die Obduktion ergab, dass er in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli gestorben war. Als Papst Franziskus am 2. Februar 2023 in Kinshasa zu jungen Menschen über ihn sprach, erinnerte er daran, dass Floribert hätte wegschauen können, ohne dass es jemand erfahren hätte, aber als Christ betete, an die anderen dachte und sich für die Ehrlichkeit entschied.

Am 25. November 2024 approbierte Papst Franziskus das Dekret über sein Martyrium aus Hass gegen den Glauben. Die Seligsprechung fand am 15. Juni 2025 in Rom in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern statt, weil in Goma die Sicherheit nicht gewährleistet war. Kardinal Marcello Semeraro leitete sie im Auftrag von Papst Leo XIV. Am folgenden Tag empfing Leo XIV. die Pilger aus der Demokratischen Republik Kongo und nannte den neuen Seligen einen Mann des Friedens.