
Seliger Bolesław Strzelecki
Priester · 1896-1941
Priester und Märtyrer, Pfarrer in Radom, Beschützer der Armen
Der selige Bolesław Strzelecki war Priester des Bistums Sandomierz, zu dem Radom damals gehörte, und Pfarrer der Pfarrei vom Heiligsten Herzen Jesu im Radomer Stadtteil Glinice. Wegen seiner Sorge für die Armen nannten ihn die Bewohner der Stadt den heiligen Franziskus von Radom. Er starb im deutschen Konzentrationslager Auschwitz. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 2. Mai, seinem Todestag.
Er wurde 1896 in Poniemoń geboren. Seine Kindheit verbrachte er in der Pfarrei Jastrząb bei Szydłowiec, wo sich das Grab seiner Familie befindet. Er trat in das Priesterseminar in Sandomierz ein und empfing nach dem Abschluss der Ausbildung die Priesterweihe. Die wichtigsten Jahre seines Dienstes verbrachte er in Radom.
Dort war er Präfekt, das heißt Religionslehrer an den Schulen, Visitator des Religionsunterrichts und Beichtvater von Ordensschwestern. Mit Hingabe wirkte er auch als Gefängnisseelsorger. 1935 wurde er Rektor der Dreifaltigkeitskirche. Er fand das Gotteshaus stark vernachlässigt vor und sorgte für seine Erneuerung.
1940, während der deutschen Besatzung, übernahm er die Pfarrei vom Heiligsten Herzen Jesu in Glinice. Die neue Pfarrkirche war noch nicht fertiggestellt, und die Gläubigen beteten in einer provisorischen Kapelle. Der Krieg stürzte die Menschen rasch in Armut. Der Pfarrer richtete eine Armenküche ein und verteilte selbst Brot an die Bedürftigsten. Der Ort, an dem er es ausgab, wurde Haus des Brotes genannt.
Die Deutschen verhafteten ihn am 7. Januar 1941, als er nach der Messe Brot an die Armen verteilte. Das Römische Martyrologium sagt, dass er um seines Glaubens willen eingekerkert wurde. Im Gefängnis von Radom wurde er verhört und gefoltert, und am 5. April 1941 brachte man ihn in das Lager Auschwitz. Dort machte er seinen Mithäftlingen Mut. Er bettelte um Brot für die Erschöpftesten und teilte mit ihnen, was er bekam.
Er starb am 2. Mai 1941 im Lagerkrankenhaus, ausgezehrt von Hunger und Folter, nachdem man ihn mit einem Eichenknüppel geschlagen hatte. Sein Leichnam wurde im Krematorium verbrannt, deshalb hat er kein Grab. 1950 brachten die Einwohner von Radom in der Herz-Jesu-Kirche eine Gedenktafel an, die ihn einen Priester von großem Eifer und außergewöhnlicher Herzensgüte, einen Beschützer der Armen und Unglücklichen nennt.
Das Dekret des Heiligen Stuhls über das Martyrium von 108 Dienern Gottes aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, veröffentlicht am 26. März 1999, stellt fest, dass Pfarrer Bolesław an den Folgen der Folter starb. Am 13. Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II. in Warschau die ganze Gruppe selig, unter ihnen Bolesław Strzelecki. Er ist Patron der Pfarrei vom Heiligsten Herzen Jesu in Radom, deren Pfarrer er war.