Seliger Antonio Rosmini

Priester · 1797-1855

Priester, Gründer der Rosminianer, Philosoph und Theologe

Der selige Antonio Rosmini war ein italienischer Priester, Philosoph und Theologe, Gründer des Institutum Charitatis, der Rosminianer, und der Kongregation der Schwestern von der Vorsehung. Unter den Auseinandersetzungen um seine Schriften litt er sehr, blieb aber der Kirche und dem Apostolischen Stuhl treu. Sein Gedenktag ist der 1. Juli, sein Todestag.

Er wurde am 24. März 1797 in Rovereto bei Trient in eine Adelsfamilie geboren. Seine Eltern sahen in ihm den Erben des Hauses, doch er hielt an seinem Entschluss fest, Priester zu werden. Er studierte Rechtswissenschaft und Theologie an der Universität Padua und wurde am 21. April 1821 in Chioggia zum Priester geweiht. Die folgenden Jahre verbrachte er in Rovereto mit Gebet und Studium und wartete darauf, dass Gott selbst ihm seine Aufgaben zeige. Diese Haltung nannte er das Prinzip der Passivität.

1828 gründete er auf dem Monte Calvario in Domodossola das Institutum Charitatis, eine Gemeinschaft von Priestern und Brüdern, die zu jedem Dienst der Liebe bereit waren: dem geistlichen, dem intellektuellen und dem materiellen. 1832 entstand der weibliche Zweig, die Schwestern von der Vorsehung. Papst Pius VIII. hatte ihn 1829 ermutigt, Bücher zu schreiben, die die Menschen durch die Vernunft zum Glauben führen, und Rosmini nahm dies als Willen Gottes an. Gregor XVI. bestätigte das Institut 1839.

Er schrieb über hundert Werke aus vielen Gebieten, von der Philosophie und Theologie bis zur Pädagogik und Politik. 1832 und 1833 entstand das Buch „Von den fünf Wunden der heiligen Kirche“, in dem er als erste Wunde die Trennung des Volkes vom Klerus im öffentlichen Gottesdienst benannte. Er veröffentlichte es 1848. Im selben Jahr sandte ihn die Regierung Piemonts mit einer Mission nach Rom. Pius IX. wollte ihn zum Kardinal erheben, doch dazu kam es nicht, und als der Papst nach Gaeta floh, folgte ihm Rosmini. 1849 wurden zwei seiner Bücher, darunter „Von den fünf Wunden“, auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Er unterwarf sich sofort.

Seine letzten Jahre verbrachte er in Stresa am Lago Maggiore, wo er schrieb und viele Menschen geistlich begleitete, unter ihnen seinen Freund Alessandro Manzoni. Die Indexkongregation prüfte alle seine Werke und sprach sie 1854 von den Vorwürfen frei. Er starb am 1. Juli 1855 in Stresa. Sterbend hinterließ er seinen Freunden ein Vermächtnis in drei Worten: „adorare, tacere, godere“, das heißt anbeten, schweigen, sich freuen.

1887 verurteilte das Heilige Offizium vierzig Sätze aus seinen Schriften, überwiegend aus nachgelassenen Werken. 2001 erkannte die Kongregation für die Glaubenslehre an, dass der verurteilte Sinn dieser Sätze nicht zum authentischen Denken Rosminis gehört und die damaligen Bedenken überwunden sind. In der Enzyklika „Fides et ratio“ nannte ihn Johannes Paul II. unter den Denkern, bei denen es zu einer fruchtbaren Begegnung zwischen Philosophie und Wort Gottes kam.

2007 erkannte Benedikt XVI. ein Wunder auf seine Fürsprache an. Die Seligsprechung fand am 18. November 2007 in Novara unter dem Vorsitz von Kardinal José Saraiva Martins statt. Der Papst nannte ihn eine große Priestergestalt und einen herausragenden Mann der Kultur.