Selige Sofia Czeska

Ordensschwester · 1584-1650

Witwe, Gründerin der Präsentationsschwestern, Erzieherin armer Mädchen

Die selige Sofia Czeska, geborene Maciejowska, war eine Witwe aus Krakau, die ihr Vermögen und ihr Leben der Erziehung armer und verwaister Mädchen widmete. Aus dem Haus mit Schule für Mädchen, das sie in Krakau gründete, ging die Kongregation der Jungfrauen von der Darstellung der allerseligsten Jungfrau Maria hervor, deren Schwestern man in Polen „Prezentki“ nennt. Ihr Gedenktag ist der 15. Mai.

Sie wurde 1584 in Budziszowice als drittes von neun Kindern einer alten Adelsfamilie geboren. Im Jahr 1600 heiratete sie mit sechzehn Jahren den Adligen Jan Czeski. Zwei Jahre später trat sie der Bruderschaft der Barmherzigkeit an der Kirche St. Barbara in Krakau bei, die Pater Piotr Skarga gegründet hatte. Ihre geistlichen Begleiter waren dort Jesuiten.

Im Jahr 1607 wurde sie Witwe; die Ehe war kinderlos geblieben. Sie war jung und wohlhabend, und viele Bewerber hielten um ihre Hand an, doch sie heiratete nicht wieder. Sie beschloss, den Rest ihres Lebens den Werken der Barmherzigkeit zu widmen, vor allem Waisen und armen Mädchen.

Zwischen 1621 und 1627 bestimmte sie ihr Haus in der Szpitalna-Straße und ihr eigenes Vermögen für das Jungfrauenhaus von der Darstellung der allerseligsten Jungfrau Maria. Dort wohnten und lernten Waisen und Mädchen aus armen Familien, aber auch Töchter wohlhabenderer Eltern. Als Vorbild für die Schülerinnen und Erzieherinnen wählte sie das Geheimnis der Darstellung Mariens im Tempel. Ein Dekret des Heiligen Stuhls nennt dieses Haus die erste Schule dieser Art für Mädchen in Polen. 1627 bestätigte der Krakauer Bischof Marcin Szyszkowski seine Statuten, und 1633 billigten der Apostolische Nuntius Onorato Visconti und König Władysław IV. das Werk.

Sie leitete das Haus als Oberin und Lehrerin und sicherte ihm auch ein festes Einkommen. Die Frauen, die in die Gemeinschaft eintraten, verpflichteten sich durch ein Gelübde, bis zum Tod in ihr zu bleiben. Königin Konstanze nahm das Werk unter ihren Schutz, und die Jesuiten unterstützten es geistlich, sodass man die Schwestern damals „Jesuitinnen“ nannte. Ihre Kraft schöpfte sie aus einer tiefen eucharistischen und marianischen Frömmigkeit und aus dem Vertrauen auf die Vorsehung.

Sie starb am 1. April 1650 in Krakau im Ruf der Heiligkeit, nachdem sie das Haus dreiundzwanzig Jahre lang geleitet hatte. Sie wurde in der Marienkirche beigesetzt, und ihre Reliquien ruhen heute in der Johanneskirche neben dem Kloster der Präsentationsschwestern. Zehn Jahre nach ihrem Tod bestätigte der Krakauer Bischof Andrzej Trzebicki die Konstitutionen der Gemeinschaft als Ordenskongregation. Heute führen die Schwestern Schulen, Kindergärten und Kinderheime.

Der Seligsprechungsprozess wurde 1995 in Krakau von Kardinal Franciszek Macharski eröffnet. Benedikt XVI. erkannte 2011 ihren heroischen Tugendgrad an und 2012 ein Wunder auf ihre Fürsprache: die Heilung eines neunjährigen Jungen in Krakau. Die Seligsprechung fand am 9. Juni 2013 in Krakau-Łagiewniki statt; im Auftrag von Papst Franziskus leitete sie Kardinal Angelo Amato. Er erinnerte daran, dass sie oft sagte, wer den Armen etwas gebe, gebe es Christus selbst.