Selige Regina Protmann

Ordensschwester · † 1613

Jungfrau, Gründerin der Katharinenschwestern, Helferin der Kranken und Armen

Die selige Regina Protmann war eine Bürgerstochter aus Braunsberg im Ermland, dem heutigen Braniewo. Mit neunzehn Jahren verließ sie ihr wohlhabendes Elternhaus, um Kranken und Armen zu dienen und Mädchen zu unterrichten, und gründete die Kongregation der Schwestern von der heiligen Katharina, die Katharinenschwestern. Die Kirche gedenkt ihrer am 18. Januar.

Sie wurde um 1552 in Braunsberg geboren. Das genaue Datum ist nicht bekannt, und das Jahr wird aufgrund der Angabe angenommen, dass sie bei ihrem Tod 61 Jahre alt war. Ihr Vater, Peter Protmann, war ein wohlhabender Kaufmann und gehörte zur Führungsschicht der Hansestadt. Das Ermland, von seinen Bischöfen regiert, gehörte damals zu Polen, und Reginas Familie sprach wie fast ganz Braunsberg in jener Zeit Deutsch. Das Mädchen erhielt eine sorgfältige Erziehung und Bildung. Nach ihrer ersten Lebensbeschreibung liebte sie in ihrer Jugend Vergnügungen und schöne Kleider.

Die Wende kam im Jahr 1571. In Braunsberg wirkten seit einigen Jahren die Jesuiten, unter deren Einfluss Regina geistlich reifte, und das Ermland wurde von der Pest heimgesucht. Gegen den Willen der Eltern, die sie verheiraten wollten, verließ sie ihr Zuhause. Mit zwei Gefährtinnen wohnte sie zuerst bei einer frommen Witwe und dann in einem verfallenen Haus, das ihrer Familie gehörte. Sie lebten in großer Armut. Die Lebensbeschreibung erwähnt, dass sie mangels eines Tisches ihr Brot auf einem Fass aßen.

Neu war, dass sich die Schwestern nicht hinter einer Klausur abschlossen. Sie gingen hinaus in die Häuser der Kranken und Armen, um sie zu pflegen und ihnen beizustehen. Regina eröffnete auch eine Schule für Mädchen, und die Schwestern nähten Paramente und liturgische Wäsche für die Kirchen. Diese Lebensweise, die Kontemplation mit tätigem Dienst verband, rief Widerspruch hervor, fand aber einen Verteidiger im ermländischen Bischof Martin Kromer. Im Jahr 1583 bestätigte er die erste Regel der Gemeinschaft. Ihre Patronin wurde die heilige Katharina von Alexandrien, der die Pfarrkirche in Braunsberg geweiht war.

Die Kongregation wuchs. Es entstanden Häuser in Wormditt, Heilsberg und Rößel, die Regina als Oberin besuchte, ohne auf die Mühen der Reise zu achten. Im Jahr 1602 wurde die überarbeitete Regel von Bischof Piotr Tylicki und dem Apostolischen Nuntius Claudio Rangoni bestätigt. Johannes Paul II. sagte über Regina, sie habe sich von ganzem Herzen dem Werk der Erneuerung der Kirche nach dem Konzil von Trient gewidmet, und die Worte „Wie Gott will“ seien zum Wahlspruch ihres Lebens geworden.

In ihrer letzten Krankheit zeigte sie, wie überliefert ist, keine Ungeduld. Sie starb am 18. Januar 1613 in Braunsberg. In ihrem geistlichen Testament bat sie die Schwestern, in Demut, Geduld, Gehorsam und Liebe auszuharren und mit jedem Menschen in Frieden zu leben.

Der Seligsprechungsprozess begann erst 1961. Johannes Paul II. sprach Regina Protmann am 13. Juni 1999 in Warschau selig, zusammen mit Edmund Bojanowski und 108 Märtyrern des Zweiten Weltkriegs. Heute wirken die Katharinenschwestern in Polen und in einem Dutzend weiterer Länder Europas, Amerikas, Afrikas und Asiens.