Selige Maria Karłowska

Ordensschwester · 1865-1935

Jungfrau, Gründerin der Schwestern vom Göttlichen Hirten, Helferin ausgegrenzter Frauen

Die selige Maria Karłowska war Ordensfrau und Gründerin der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Hirten von der Göttlichen Vorsehung. Ihr Leben widmete sie Frauen und Mädchen, die die Prostitution an den Rand der Gesellschaft gedrängt hatte, und half ihnen, ihre Würde wiederzuerlangen. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 24. März, ihrem Todestag; in Polen wird ihr Gedenktag am 6. Juni begangen.

Sie wurde am 4. September 1865 in Słupówka, dem heutigen Karłowo, bei Kcynia geboren. Sie war das elfte und jüngste Kind von Mateusz Karłowski und Eugenia, geborene Dembińska. Sie wuchs in Posen auf, wohin die Familie gezogen war. 1882 legte sie das Gelübde der Keuschheit ab. Im selben Jahr verlor sie beide Eltern.

Nach einem Zuschneide- und Nähkurs in Berlin arbeitete sie in Posen in der Werkstatt, die ihre ältere Schwester leitete. Ihre freie Zeit schenkte sie den Kranken und Armen. Im November 1892 begegnete sie zufällig einer Prostituierten, die ihr von ihrer Lage erzählte. Maria verstand diese Begegnung als Ruf Gottes. Von da an suchte sie abends nach der Arbeit solche Frauen auf und ermutigte sie, ihr Leben zu ändern. Das trug ihr Kritik ein, auch von Verwandten.

1894 eröffnete sie in Posen für ihre Schützlinge die Anstalt vom Guten Hirten. Ein Jahr später verlegte sie sie in ein Haus im Dorf Winiary bei Posen, das Gräfin Aniela Potulicka zu diesem Zweck gekauft hatte. Mit einer Gruppe von Helferinnen legte sie den Grund für die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Hirten von der Göttlichen Vorsehung. 1896 empfing sie das Ordenskleid, und am 20. Juni 1902 legte sie zusammen mit sieben Schwestern die Gelübde ab und verpflichtete sich für immer zur Arbeit für sittlich verirrte Frauen. Bis zu ihrem Tod war sie Generaloberin.

In ihren Häusern fanden die Schützlinge Betreuung, Katechese und eine Anleitung zur Arbeit in Werkstätten und landwirtschaftlichen Betrieben, damit sie ihren Lebensunterhalt ehrlich verdienen konnten. Mutter Maria behandelte sie wie Töchter und ermutigte sie geduldig zum Durchhalten. Seit 1920 pflegten die Schwestern auch geschlechtskranke Frauen im Krankenhaus in Thorn und später in Łódź. Weitere Häuser entstanden, unter anderem bei Lublin, in Pniewite und in Jabłonowo Pomorskie. 1928 erhielt die Gründerin für ihre soziale Arbeit das Goldene Verdienstkreuz.

Ihre Kraft schöpfte sie aus dem Gebet, der Eucharistie und der Verehrung des Herzens Jesu. Den Schwestern gab sie das Ziel vor: „Wir sollen das Herz Jesu verkünden, das heißt so aus ihm, in ihm und für ihn leben, dass wir ihm ähnlich werden und dass er in unserem Leben sichtbarer ist als wir selbst.“ Sie starb am 24. März 1935 in Pniewite bei Chełmno. Sie ruht in Jabłonowo Pomorskie, im Generalat der Kongregation, wo sich heute ihr Heiligtum befindet.

1995 bestätigte Johannes Paul II. den heroischen Grad ihrer Tugenden, und am 6. Juni 1997, dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, sprach er sie in Zakopane selig, zusammen mit Bernardyna Jabłońska. Er sagte damals, Maria Karłowska habe vielen Seelen das Licht Christi zurückgegeben und ihnen geholfen, die verlorene Würde wiederzuerlangen.