
Selige Margareta Ball
Laie · † 1584
Märtyrin, Witwe und Mutter aus Dublin, gewährte Priestern Zuflucht
Die selige Margareta Ball war eine Witwe aus Dublin und Mutter einer Familie, die zur Zeit der Katholikenverfolgung in Irland gesuchte Priester in ihrem Haus aufnahm. Von ihrem eigenen Sohn ausgeliefert, starb sie im Gefängnis. Sie gehört zu den siebzehn irischen Märtyrern, die 1992 seliggesprochen wurden. Ihr Gedenktag ist der 20. Juni.
Sie wurde um 1515 in der wohlhabenden Familie Bermingham geboren; das genaue Datum ihrer Geburt ist nicht bekannt. Mit sechzehn Jahren heiratete sie Bartholomew Ball, der später Bürgermeister von Dublin war. Sie bekam viele Kinder, doch nur einige von ihnen erreichten das Erwachsenenalter. Die Eheleute blieben der katholischen Kirche treu und erkannten die Autorität des Papstes an. In ihrem Haus lebte ein Kaplan, der die Messe feierte, es gab dort Katechese und gemeinsames Gebet, und Margareta eröffnete auf ihrem Besitz auch eine katholische Schule.
Im Jahr 1536 erkannte das Parlament in Dublin König Heinrich VIII. als alleiniges Oberhaupt der Kirche in Irland an. Margaretas Mann starb 1568. Als Witwe verlor sie seinen Schutz, nahm aber weiterhin Priester und Ordensleute in ihrem Haus auf, auch als nach der Exkommunikation Königin Elisabeths I. im Jahr 1570 die Verfolgung der Katholiken, vor allem der Priester, Irland erreichte. Gegen Ende der 1570er Jahre wurde sie unter dem Vorwurf verhaftet, in ihrem Haus sei die Messe gefeiert worden, kam aber bald gegen Kaution frei.
Ihr Sohn Walter strebte das Amt des Bürgermeisters von Dublin an. Um es zu erlangen, sagte er sich vom katholischen Glauben los und erkannte die Oberhoheit der Königin über die Kirche an. Seine Mutter versuchte ihn zu überzeugen, dass kein Amt mit dem Verlust des Glaubens erkauft werden darf. Bald nach seinem Amtsantritt ließ Walter sie verhaften und beschuldigte sie, gesuchten Priestern Zuflucht gewährt zu haben. Die schon betagte und kranke Frau wurde auf einem Karren durch die Straßen Dublins ins Gefängnis gebracht und in eine feuchte, stickige Zelle gesperrt.
Etwa zwei Jahre später bot man ihr die Freiheit an, wenn sie ihrem Glauben öffentlich abschwöre. Sie lehnte ab. Sie starb 1584 im Gefängnis, nach drei Jahren Haft. Nach dem Römischen Martyrologium war sie damals siebzig Jahre alt. Ihr Todestag ist nicht bekannt. Das Martyrologium berichtet auch, dass sie vor ihrem Tod Qualen verschiedener Art erlitt.
Der Prozess der irischen Märtyrer aus der Zeit der Verfolgung wurde 1904 eröffnet, und am 6. Juli 1991 wurde das Dekret über ihr Martyrium veröffentlicht. Johannes Paul II. sprach Margareta Ball am 27. September 1992 auf dem Petersplatz in Rom selig, zusammen mit Dermot O'Hurley, dem Erzbischof von Cashel, dem Laien Francis Taylor und vierzehn weiteren Märtyrern. In seiner Predigt nannte er sie eine Frau von außergewöhnlicher Rechtschaffenheit, die außer körperlichen Leiden den Schmerz des Verrats durch ihren eigenen Sohn ertragen musste. Das Apostolische Schreiben legte den Gedenktag aller siebzehn Märtyrer auf den 20. Juni.