Selige Karolina Kózka

Laie · 1898-1914

Jungfrau und Märtyrin, Bauerntochter, Katechetin der Kinder ihres Dorfes

Die selige Karolina Kózka war ein Bauernmädchen aus Wał-Ruda bei Tarnów. Mit sechzehn Jahren wurde sie von einem Soldaten getötet, als sie ihre Keuschheit verteidigte. Die Kirche verehrt sie als Jungfrau und Märtyrin und gedenkt ihrer am 18. November, ihrem Todestag.

Sie wurde am 2. August 1898 als viertes der elf Kinder von Jan und Maria Kózka geboren, Bauern in bescheidenen Verhältnissen. Getauft wurde sie in der Pfarrkirche von Radłów. Zu Hause betete man gemeinsam am Abend und vor den Mahlzeiten, und täglich sang man die Godzinki, die Kleinen Horen zu Ehren der Muttergottes. Die Nachbarn kamen dort zusammen, um gemeinsam die Heilige Schrift und die Lebensbeschreibungen der Heiligen zu lesen und in der Fastenzeit die Gorzkie żale, die Bitteren Klagen über das Leiden des Herrn, zu singen. Im Dorf nannte man das Haus der Familie Kózka „das Kirchlein“.

In der Volksschule gehörte Karolina zu den besten Schülerinnen. Sie arbeitete mit den Eltern im Haus und auf dem Feld; die Nachbarn sagten, die Arbeit brenne ihr in den Händen. Vom Rosenkranz, den sie von der Mutter bekommen hatte, trennte sie sich nie. Oft empfing sie die heilige Kommunion, auch an den ersten Freitagen des Monats.

Ihre jüngeren Geschwister und die Kinder aus der Nachbarschaft unterrichtete sie im Katechismus, den sie besser kannte als ihre Altersgenossen, und alten und kranken Menschen half sie gern. Sie gehörte dem Lebendigen Rosenkranz, dem Gebetsapostolat und dem Abstinenzverein an. Auch half sie ihrem Onkel Franciszek Borzęcki, die von ihm gegründete Dorfbibliothek zu führen. Seit 1913 gehörte Wał-Ruda zur Pfarrei Zabawa, wo der Priester Władysław Mendrala Seelsorger war. Im Mai 1914 empfing Karolina das Sakrament der Firmung.

In den ersten Monaten des Ersten Weltkriegs besetzten russische Truppen die Gegend. Am 18. November 1914 betrat ein bewaffneter russischer Soldat das Haus der Familie Kózka und befahl Karolina und ihrem Vater hinauszugehen. Den Vater jagte er mit vorgehaltener Waffe fort, das Mädchen trieb er in den Wald. Zwei Jungen aus dem Dorf, die sich im Wald versteckt hielten, sahen, wie sie sich von ihm losriss und floh. Der Soldat holte sie nach langem Lauf ein, und als sie sich weiter wehrte, tötete er sie mit Säbelhieben. Ihr Leichnam wurde erst am 4. Dezember gefunden. Die zahlreichen Wunden zeigten, wie tapfer sie gekämpft hatte; ihre Jungfräulichkeit hatte sie bewahrt.

Zum Begräbnis kamen Scharen von Menschen, die überzeugt waren, von einer Märtyrin Abschied zu nehmen. An der Stelle ihres Todes wurde ein Kreuz errichtet, und sie selbst nannte man bald „Stern des Volkes“. Am 18. November 1917 wurde Karolinas Leichnam auf Beschluss des Bischofs von Tarnów, Leon Wałęga, vom Friedhof in eine Gruft bei der Kirche von Zabawa überführt. In den Jahren 1965-1967 führte Bischof Jerzy Ablewicz den Informativprozess durch.

Der heilige Johannes Paul II. bestätigte ihr Martyrium mit dem Dekret vom 30. Juni 1986 und sprach sie am 10. Juni 1987 in Tarnów selig, während seiner Pilgerreise nach Polen. In der Predigt sagte er: „Die Heiligen sind dazu da, die große Würde des Menschen zu bezeugen“. Er fügte hinzu, dass Karolina durch ihr Leben und ihren Tod vor allem zu den jungen Menschen spricht und an die Würde der Frau erinnert. Die Reliquien der Seligen ruhen unter dem Hauptaltar der Kirche von Zabawa, die heute ihr Heiligtum ist.