
Selige John Adams, Robert Dibdale und John Lowe
† 1586
Priester und Märtyrer, Missionare im elisabethanischen England
Die seligen John Adams, Robert Dibdale und John Lowe waren englische Priester, die unter der Herrschaft Elisabeths I. im Verborgenen den Katholiken dienten, jeder an einem anderen Ort. Allein wegen ihres Priestertums verurteilt, starben sie am 8. Oktober 1586 gemeinsam in Tyburn in London. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer an ihrem Todestag, dem 8. Oktober.
Die katholische Messe war damals in England verboten, und Priester wurden in Kollegien auf dem Kontinent ausgebildet. Ein Gesetz von 1585 erklärte den Aufenthalt eines im Ausland geweihten Priesters im Königreich zum Hochverrat, auf den die Todesstrafe stand.
John Adams stammte aus Martinstown in der Grafschaft Dorset und war Geistlicher der anglikanischen Kirche gewesen, bevor er katholisch wurde. Nach dem Studium in Reims empfing er 1580 die Priesterweihe und kehrte 1581 nach England zurück, wo er vor allem in Winchester und in Hampshire wirkte. Der Priester William Warford, der ihn kannte, erinnerte sich an einen frommen und sehr arbeitsamen Mann, der vielen Menschen half, besonders den Armen. 1584 kam er ins Gefängnis, 1585 wurde er mit anderen Priestern des Landes verwiesen, doch nach einem kurzen Aufenthalt in Reims kehrte er zurück und wurde erneut verhaftet.
John Lowe wurde um 1553 in London geboren. Auch er war vor seiner Konversion Geistlicher der anglikanischen Kirche gewesen. Er studierte in Douai und empfing am Englischen Kolleg in Rom die Priesterweihe. Ab Ende 1583 wirkte er als Seelsorger in London, wo er im Mai 1586 in das Gefängnis Clink kam.
Robert Dibdale stammte aus einer katholischen Familie in Shottery bei Stratford-upon-Avon. Er studierte in Rom und in Reims. 1584 wurde er in Reims zum Priester geweiht und danach Kaplan der Familie Peckham in Denham in der Grafschaft Buckinghamshire. Dort nahm er zusammen mit anderen Priestern, unter ihnen der Jesuit William Weston, Exorzismen an mehreren Menschen vor, die man für besessen hielt, und viele Leute strömten dazu herbei. Ältere Priester lehnten diese Praxis ab, und katholische Historiker des frühen 20. Jahrhunderts kamen zu dem Schluss, dass diese Menschen höchstwahrscheinlich nicht besessen waren, sondern an Hysterie litten.
Im Sommer 1586 wurde auch Dibdale verhaftet. Vor dem Gericht in Newgate wurden alle drei wegen Hochverrats verurteilt, weil sie kraft der Autorität des Bischofs von Rom zu Priestern geweiht worden waren. Zum Urteil trug der Priester Anthony Tyrrell bei, der auf die Seite der Behörden übergewechselt war und die gefangenen Priester denunzierte. Später gestand er in einem Augenblick der Reue, sie fälschlich beschuldigt zu haben, und bat um ihr Gebet. Das Urteil wurde in Tyburn vollstreckt: Die Verurteilten wurden gehängt, ausgeweidet und gevierteilt.
Die Katholiken verehrten sie von Anfang an als Märtyrer. Der heilige Johannes Paul II. sprach sie am 22. November 1987 im Petersdom selig, in einer Gruppe von fünfundachtzig Märtyrern, die in England, Wales und Schottland getötet worden waren. In seiner Predigt sagte er, die Priester unter ihnen hätten ihr Volk nur mit dem Brot des Lebens und dem Wort des Evangeliums nähren wollen, auch wenn sie dafür ihr Leben aufs Spiel setzten.