
Selige Familie Ulma
† 1944
Märtyrer, Ehepaar mit Kindern, ermordet, weil sie Juden versteckten
Józef Ulma, geboren am 2. März 1900, war ein polnischer Landwirt, Erfinder und gesellschaftlich engagierter Bürger, der in vielen Lebensbereichen aktiv war. Er absolvierte eine Landwirtschaftsschule und legte die erste Obstbaumschule in Markowa an. Außerdem war er Imker und Seidenraupenzüchter. Er hatte vielfältige Interessen, darunter die Fotografie und die Elektrotechnik. Sozial engagiert, wirkte er in verschiedenen Organisationen mit und leitete die Molkereigenossenschaft. Wiktoria Ulma wurde am 10. Dezember 1912 geboren. Sie war gesellschaftlich aktiv, spielte im Dorftheater und besuchte Kurse, die von der Volkshochschule veranstaltet wurden. Sie unterstützte ihren Mann in seinen Unternehmungen. Józef und Wiktoria wuchsen in gläubigen Familien auf. Auf dem Fundament des Glaubens und der Liebe zu Gott und zum Nächsten bauten sie ihr Ehe- und Familienleben auf. Gemeinsam hatten sie sechs Kinder und erwarteten das siebte.
Während des Zweiten Weltkriegs versteckten sich in Markowa, im Haus der Familie Ulma, acht Menschen jüdischer Herkunft. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 umstellten Deutsche das Haus und erschossen alle, darunter sieben Kinder.
Die Familie Ulma bleibt ein Symbol für Mut und Opferbereitschaft angesichts der grausamen Wirklichkeit des Krieges.
Ihr Handeln war außergewöhnlich, besonders vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Propaganda und Indoktrination, die die Opfer entmenschlichten und die Grausamkeit verherrlichten.
Trotz des persönlichen Risikos und der möglichen Folgen für die eigene Familie entschieden sich die Ulmas zu einem Schritt, den die meisten Menschen unter solchen Umständen für unerreichbar gehalten hätten. Indem sie den versteckten Juden Zuflucht und Hilfe boten, leisteten sie Widerstand gegen ein unmenschliches System, das deren Vernichtung anstrebte.
Seliggesprochen am 10. September 2023 in Markowa.