Selige Celestyna Faron
Ordensschwester · 1913-1944
Jungfrau und Märtyrin, Dienerin der Unbefleckten Empfängnis, Erzieherin kleiner Kinder
Die selige Celestyna Faron war eine Schwester der Dienerinnen der Unbefleckten Empfängnis von Stara Wieś, Erzieherin kleiner Kinder und Oberin des Ordenshauses in Brzozów. 1942 von der Gestapo verhaftet, starb sie am Ostersonntag 1944 im Lager Auschwitz-Birkenau. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 9. April, ihrem Todestag.
Sie wurde am 24. April 1913 in Zabrzeż bei Łącko als Katarzyna Faron geboren und in der Pfarrkirche von Łącko getauft. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Das Mädchen wuchs von da an bei kinderlosen Verwandten im nahen Kamienica auf, tiefgläubigen Menschen. Zur Erstkommunion ging sie schon mit sieben Jahren.
Als Jugendliche bat sie um Aufnahme in die Kongregation der Dienerinnen der Unbefleckten Empfängnis der seligen Jungfrau Maria in Stara Wieś bei Brzozów, die aus dem Werk des seligen Edmund Bojanowski hervorgegangen ist. Die Zusage erhielt sie 1929, ein Jahr später begann sie das Ordensleben und nahm den Namen Celestyna an. In ihrer Bitte um Zulassung zu den Gelübden schrieb sie, sie wolle Jesus Christus als Ganzopfer gehören. Die ewigen Gelübde legte sie am 15. September 1938 ab.
Auf die erzieherische und katechetische Arbeit bereitete sie sich in Kursen in Lemberg, Posen und Przemyśl vor, danach arbeitete sie in den Kinderbewahranstalten der Kongregation. Seit 1938 leitete sie den Kindergarten in Brzozów und kümmerte sich dort auch um die Kranken. Die Schwestern überliefern, dass sie noch in Lemberg von einem Priester gleichen Familiennamens hörte, der die katholische Kirche verlassen hatte, und vor ihnen erklärte, sie sei bereit, ihr Leben für seine Bekehrung hinzugeben.
Während der deutschen Besatzung leitete sie das Ordenshaus und die Kinderbewahranstalt, in der Kinder verpflegt wurden. Am 19. Februar 1942 wurde sie auf die Dienststelle der Gestapo bestellt und verhaftet. Die Quellen sprechen von einer Denunziation und von dem Verdacht, das Haus der Schwestern habe dem Untergrund gedient. Sie wurde in Jasło und in Tarnów gefangen gehalten und am 6. Januar 1943 nach Auschwitz-Birkenau gebracht, wo sie die Nummer 27989 erhielt.
Im Lager arbeitete sie beim Ausheben von Gräben. Sie erkrankte an Fleckfieber, dann an Lungentuberkulose, und seit dem Frühjahr 1943 verließ sie die Krankenbaracke nicht mehr. Mitgefangene erinnerten sich, dass sie den Inhalt ihrer Pakete mit ihnen teilte und niemandem die Schuld an ihrem Schicksal gab. Sie betete für ihr Vaterland, für ihre Kongregation, für die Priester und für die Verfolger. Sie starb am Ostersonntag, dem 9. April 1944. Sie war dreißig Jahre alt.
Der Priester, für den sie ihr Leben dargebracht hatte, Władysław Faron, versöhnte sich nach dem Krieg mit der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II. sprach Schwester Celestyna am 13. Juni 1999 in Warschau in der Gruppe der 108 Märtyrer des Zweiten Weltkriegs selig, deren gemeinsamen Gedenktag er auf den 12. Juni festlegte. In derselben Messe wurde Edmund Bojanowski, der Gründer der Dienerinnen, seliggesprochen.