Heiliger Sophronius von Jerusalem
Bischof
Bischof von Jerusalem, Mönch und Dichter, Gegner des Monotheletismus
Der heilige Sophronius war Mönch, Theologe und Dichter und seit 634 Bischof von Jerusalem. Er verteidigte den Glauben an die wahre Menschheit Christi und führte sein Volk durch die arabische Belagerung der Stadt. Die Kirche gedenkt seiner am 11. März.
Er stammte aus Damaskus. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt; genannt werden Jahre um 550 oder 560. Die meisten Forscher setzen ihn mit Sophronius dem Sophisten gleich, einem Lehrer der Rhetorik. Im Theodosiuskloster bei Jerusalem lernte er den Mönch Johannes Moschus kennen. Das Römische Martyrologium nennt Moschus seinen Lehrer und Freund.
Viele Jahre lang besuchten sie gemeinsam Mönche und Einsiedler in Ägypten, auf dem Sinai und in Palästina, und Sophronius wurde selbst Mönch. In Alexandria unterstützten sie den Patriarchen, den heiligen Johannes den Almosengeber. Dort wurde Sophronius, wie die Lebensbeschreibungen überliefern, am Grab der heiligen Märtyrer Cyrus und Johannes von einem Augenleiden geheilt und schrieb aus Dankbarkeit ihre Wunder nieder. Als die Perser 614 Jerusalem eroberten, begaben sich die beiden Freunde nach Rom. Moschus widmete Sophronius die „Geistliche Wiese“ (Pratum spirituale), eine Sammlung von Erzählungen über die Mönche des Ostens. Nach dem Tod seines Meisters bestattete Sophronius ihn im Theodosiuskloster.
Im Jahr 633 widersetzte er sich in Alexandria der Formel des Patriarchen Cyrus, die um der Aussöhnung mit den Monophysiten willen von nur einer Wirkweise in Christus sprach. Vergeblich bat er Sergius, den Patriarchen von Konstantinopel, sie zurückzunehmen. 634 wurde er als Nachfolger des Modestus zum Bischof von Jerusalem gewählt. In seinem Synodalschreiben an die übrigen Patriarchen legte er die Lehre von den zwei Wirkweisen und den zwei Willen Christi dar, dem göttlichen und dem menschlichen. Bischof Stephan von Dora ließ er auf dem Kalvarienberg schwören, nach Rom zu gehen und den Apostolischen Stuhl um die Entscheidung des Streits zu bitten.
Seine Amtszeit fiel in die Zeit des arabischen Einfalls in Palästina. In seiner Predigt zu Weihnachten 634 beklagte er, dass die Gläubigen nicht wie gewohnt nach Betlehem ziehen konnten, das von den Sarazenen abgeschnitten war. Als nach langer Belagerung die Verteidigung Jerusalems unmöglich wurde, handelte er mit Kalif Umar die Übergabe der Stadt aus, im Gegenzug für die Sicherheit der Einwohner und die Kultfreiheit der Christen. Die Quellen datieren dies meist auf 637 oder 638. Sophronius starb bald darauf, höchstwahrscheinlich am 11. März 638, auch wenn manche Darstellungen das Jahr 639 nennen.
Er hinterließ Heiligenleben, Oden auf die christlichen Feste und Predigten, aus denen die Kirche bis heute Abschnitte im Stundengebet liest, unter anderem am Fest der Darstellung des Herrn. Im Jahr 649 verurteilte die Lateransynode unter dem Vorsitz des heiligen Papstes Martin I. die Lehre von nur einem Willen in Christus, den sogenannten Monotheletismus. Das Dritte Konzil von Konstantinopel, das 680 und 681 tagte, erkannte das Synodalschreiben des Sophronius als dem apostolischen Glauben gemäß an und ordnete an, seinen Namen in die Diptychen einzutragen. Sophronius lebte lange vor der Entstehung des Heiligsprechungsverfahrens und wird seit vielen Jahrhunderten im Osten wie im Westen als Heiliger verehrt.