
Heiliger Raimund von Peñafort
Priester · † 1275
Priester, Ordensmeister der Dominikaner, Kanonist
Er wurde 1173 in einer alten katalanischen Adelsfamilie geboren und war mit dem König von Aragonien verwandt. Als Zwanzigjähriger lehrte er in Barcelona Philosophie, ohne für seine Arbeit eine Vergütung zu erhalten. Bei seinen Schülern bemühte er sich, Herz und Verstand gleichermaßen zu formen. Mit dreißig Jahren ging er nach Bologna, um das Studium des kanonischen und des bürgerlichen Rechts fortzusetzen, und erwarb dort den Doktorgrad. Nach seiner Rückkehr nach Barcelona wurde er 1219 zum Kanoniker, Archidiakon und Generalvikar ernannt. 1222 trat er in den Dominikanerorden ein. Das war acht Monate nach dem Tod des heiligen Gründers dieses Ordens.
Mit Eifer arbeitete er an der Bekehrung der Mauren und Juden und verfasste zugleich ein Werk mit Anleitungen für Beichtväter. Papst Gregor IX. rief ihn nach Rom und ernannte ihn zum Kaplan des Apostolischen Palastes, zum Pönitentiar und zu seinem persönlichen Beichtvater. In dieser Zeit verfasste der heilige Raimund ein Werk zum Kirchenrecht, bekannt als die „Fünf Bücher der Dekretalen“. Nach der Rückkehr in seine Heimat wurde er zum Ordensmeister der Dominikaner gewählt; er folgte in diesem Amt auf Jordan von Sachsen, den unmittelbaren Nachfolger des heiligen Dominikus. Nachdem er die Ordenskonstitutionen neu bearbeitet hatte, legte er das Amt nieder und widmete sich wieder dem Apostolat. Er starb 1275 in Barcelona im Alter von hundert Jahren.