Heiliger Petrus Damiani

Bischof · 1007-1072

Bischof und Kirchenlehrer, Einsiedler von Fonte Avellana, Reformer des Klerus

Der heilige Petrus Damiani war Einsiedler und Prior der Einsiedelei Fonte Avellana, Kardinalbischof von Ostia und einer der wichtigsten Reformer der Kirche im 11. Jahrhundert. Er wurde 1007 in Ravenna geboren und starb 1072 in Faenza. Er ist Kirchenlehrer, und sein liturgischer Gedenktag ist der 21. Februar.

Er stammte aus einer adeligen, aber armen Familie. Früh verlor er beide Eltern, und seine Kindheit war nicht frei von Not und Leid. Um ihn kümmerten sich seine Schwester und sein älterer Bruder Damianus, der ihn wie einen Sohn aufnahm; von dessen Namen kommt der Beiname Damiani. Petrus studierte in Faenza und in Parma, wo er schon mit fünfundzwanzig Jahren selbst lehrte. Man zählt ihn zu den besten Schriftstellern des lateinischen Mittelalters.

Um 1035 gab er das Lehren auf und trat in die Einsiedelei vom Heiligen Kreuz in Fonte Avellana ein, an der Grenze zwischen den Marken und Umbrien, wo die Eremiten streng im Geist des heiligen Romuald lebten. Zur Erbauung der Mönche schrieb er das Leben dieses Heiligen, und mit der Zeit wurde er Prior. Er verfasste eine Regel für das Eremitenleben und gründete mehrere neue Einsiedeleien und Klöster. Die Zelle des Eremiten nannte er den Ort, an dem Gott mit den Menschen spricht.

Von der Einsiedelei aus verfolgte er aufmerksam das Leben der Kirche, in der sich damals die Simonie, also der Handel mit kirchlichen Ämtern, und der Sittenverfall im Klerus ausbreiteten. Er schrieb offen darüber und rief Päpste und Bischöfe zur Erneuerung auf. 1057 ernannte ihn Papst Stephan IX. zum Kardinalbischof von Ostia, und Petrus verließ sein Kloster nur widerwillig und mit Schmerz. Als päpstlicher Legat übernahm er schwierige Missionen: In Mailand führte er im Streit um die Reform des Klerus eine Einigung herbei, und in Frankreich verteidigte er die Rechte der Abtei Cluny. Benedikt XVI. nannte ihn die Seele der gregorianischen Reform.

Er selbst verstand sich vor allem als Mönch. 1067 erhielt er die Erlaubnis, nach Fonte Avellana zurückzukehren, und verzichtete auf das Bistum Ostia. Die Ruhe währte nicht lange: Zwei Jahre später wurde er nach Frankfurt gesandt, um die Scheidung König Heinrichs IV. von seiner Frau Bertha zu verhindern. Er hinterließ Briefe, Predigten, Heiligenleben, Gebete und Gedichte. In der Schrift Dominus vobiscum schrieb er, die Kirche sei zugleich eine in allen und ganz in jedem ihrer Glieder, und deshalb betet auch der Eremit in seiner einsamen Zelle in Einheit mit der ganzen Kirche. Er unterschrieb als Petrus, der letzte Diener der Mönche.

Anfang 1072 reiste er in seine Heimatstadt Ravenna, um den Frieden wiederherzustellen, nachdem der dortige Erzbischof den Gegenpapst unterstützt hatte. Auf dem Rückweg erkrankte er plötzlich und machte im Benediktinerkloster Santa Maria Vecchia in Faenza Halt. Dort starb er in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1072.

Petrus Damiani wurde nie förmlich heiliggesprochen. Das Volk verehrte ihn schon vom Tag seines Begräbnisses in Faenza an als Heiligen. 1828 dehnte Papst Leo XII. die Feier seines Festes auf die ganze Kirche aus und erklärte ihn zum Kirchenlehrer. Dante stellte ihn unter die Heiligen im Paradies seiner Göttlichen Komödie.