Heiliger Petrus Claver
Priester · 1580-1654
Priester, Jesuit, Apostel der Sklaven in Cartagena
Der heilige Petrus Claver war ein spanischer Jesuit und Priester, der mehr als vierzig Jahre lang in Cartagena im heutigen Kolumbien den Afrikanern diente, die als Sklaven dorthin gebracht wurden. Man nennt ihn den Apostel der Sklaven. Sein Gedenktag ist der 9. September, der Tag nach seinem Todestag.
Er wurde 1580 in Verdú in Katalonien in einer Bauernfamilie geboren. Er studierte in Barcelona, trat 1602 in die Gesellschaft Jesu ein und machte sein Noviziat in Tarragona. Während seines Philosophiestudiums in Palma auf Mallorca schloss er Freundschaft mit Bruder Alfons Rodríguez, dem betagten Pförtner des dortigen Kollegs, der heute ein Heiliger ist. Er war es, der den jungen Ordensmann ermutigte, sich den Missionen in Amerika zu widmen.
Im Jahr 1610, noch vor seiner Priesterweihe, brach Petrus nach Neugranada auf und erreichte Cartagena im selben Jahr. Sein Theologiestudium schloss er in Santa Fe, dem heutigen Bogotá, ab und empfing 1616 die Priesterweihe. Den Dienst unter den Sklaven erlernte er bei einem Mitbruder, Pater Alonso de Sandoval. Als er 1622 die feierliche Profess ablegte, unterzeichnete er sie mit den Worten „Petrus Claver, Aethiopum semper servus“, das heißt „Petrus Claver, für immer Sklave der Äthiopier“. Äthiopier nannte man damals alle schwarzen Afrikaner.
Cartagena war damals das wichtigste Zentrum des Sklavenhandels in der Neuen Welt. Sobald ein Schiff aus Afrika in den Hafen einlief, fuhr Petrus ihm entgegen, brachte den erschöpften Menschen Nahrung, pflegte die Kranken und trat für sie ein. Für ihr Essen und ihre Kleidung bettelte er von Tür zu Tür. Er sammelte Dolmetscher um sich und machte sie zu Katechisten. Papst Franziskus erinnerte daran, dass er dort, wo er sich mit Worten nicht verständigen konnte, durch Gesten der Barmherzigkeit sprach und die Wunden der Kranken küsste. Er lehrte die Wahrheiten des Glaubens und taufte; das Martyrologium Romanum spricht von fast dreihunderttausend Getauften, eine Zahl, die die Überlieferung weitergibt. Er ging auch zu Gefangenen, Fremden und Armen.
Sein Wirken stieß auf Widerstand. Man warf ihm unbesonnenen Eifer vor, ja sogar die Entweihung der Sakramente, weil er sie Menschen spendete, denen man eine Seele absprach. Zu den Gegnern seines Wirkens gehörten auch jene, die um die Gewinne aus dem Sklavenhandel fürchteten. Im Jahr 1650 erkrankte er an der Pest. Er überlebte, verbrachte aber seine letzten vier Lebensjahre in der Krankenstube des Ordenshauses, fast vergessen und schlecht versorgt. Er starb am 8. September 1654 in Cartagena.
Pius IX. sprach ihn 1850 selig, und Leo XIII. sprach ihn am 15. Januar 1888 zusammen mit dem heiligen Alfons Rodríguez heilig. 1896 erklärte ihn Leo XIII. zum Patron aller katholischen Missionen unter den schwarzen Völkern, und 1995 wurde sein Gedenktag in den Kalender der ganzen Kirche aufgenommen. Die Reliquien des Heiligen ruhen in der nach ihm benannten Kirche in Cartagena, wo Johannes Paul II. 1986 und Papst Franziskus 2017 gebetet haben.