Heiliger Peter Faber

Priester · 1506-1546

Priester, Jesuit, erster Gefährte des heiligen Ignatius von Loyola

Der heilige Peter Faber war ein Priester aus Savoyen, der erste Gefährte des heiligen Ignatius von Loyola und der erste Priester in der Gruppe, aus der die Gesellschaft Jesu hervorging. Er durchzog Europa, oft zu Fuß, verkündete das Evangelium und führte Menschen durch die Geistlichen Übungen. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 1. August, seinem Todestag.

Er wurde am 13. April 1506 in Villaret in Savoyen in einer wohlhabenden Bauernfamilie geboren. Als Junge hütete er die Schafe seines Vaters, doch er wollte lernen und besuchte die Schule in Thônes und später in La Roche. 1525 ging er zum Studium nach Paris. Im Kolleg Sainte-Barbe teilte er das Zimmer mit Franz Xaver, und bald kam Ignatius von Loyola hinzu, bei dem Peter seine Berufung fand.

Am 30. Mai 1534 wurde er zum Priester geweiht. Am 15. August desselben Jahres feierte er auf dem Montmartre die Messe, in der er zusammen mit Ignatius und fünf weiteren Gefährten Gelübde ablegte. Als Ignatius nach Spanien reiste, war Peter in Paris Leiter und Beichtvater der Gruppe, und 1536 führte er sie nach Venedig. Eine Pilgerfahrt ins Heilige Land erwies sich als unmöglich, und so stellten sich die Gefährten 1538 Papst Paul III. zur Verfügung, der Peter mit Vorlesungen über die Heilige Schrift an der Universität Sapienza in Rom betraute.

Ab 1539 war er im Auftrag des Papstes ständig unterwegs. In Parma predigte er, diente den Armen und Kranken und gründete die Bruderschaft vom Namen Jesu. 1540 wurde er nach Deutschland zu den Religionsgesprächen in Worms und danach zum Reichstag in Regensburg gesandt. Er erkannte, dass die Spaltung nicht durch Streitgespräche geheilt würde, sondern durch die Erneuerung des Lebens von Klerus und Gläubigen. Er wirkte in Speyer, Mainz und Köln; in Mainz gab er 1543 dem jungen Petrus Canisius die Geistlichen Übungen, und dieser trat bald darauf in die Gesellschaft Jesu ein. Er war auch in Spanien und Portugal tätig. Ab 1542 führte er ein geistliches Tagebuch, das Memoriale.

Benedikt XVI. nannte ihn einen bescheidenen, feinfühligen Menschen mit einem tiefen inneren Leben, der die Gabe hatte, mit Menschen jeden Standes Freundschaft zu schließen. Papst Franziskus bewunderte an ihm die schlichte Frömmigkeit, die sorgfältige Unterscheidung und die Bereitschaft zum Gespräch mit allen, auch mit den Fernsten und mit Gegnern. Er sagte, Peter sei zu großen Entscheidungen fähig gewesen und zugleich sanft und liebevoll.

1546 berief ihn der Papst als Theologen zum Konzil von Trient. Im Juli kam Peter, erschöpft von Arbeit und Krankheit, nach Rom und starb dort am 1. August 1546 im Alter von vierzig Jahren. Seine Gebeine wurden später in die Kirche Il Gesù übertragen, wo sie im gemeinsamen Grab nicht mehr zu erkennen sind.

Pius IX. bestätigte am 5. September 1872 seine Verehrung, was einer Seligsprechung gleichkam. Am 17. Dezember 2013 dehnte Papst Franziskus diese Verehrung auf die ganze Kirche aus und nahm ihn durch eine äquipollente Heiligsprechung in das Verzeichnis der Heiligen auf; am 3. Januar 2014 feierte er in der Kirche Il Gesù eine Dankmesse.