Heiliger Otto von Bamberg

Bischof · † 1139

Bischof von Bamberg, Apostel der Pommern, Klostergründer

Der heilige Otto von Bamberg war Bischof von Bamberg und ein Missionar, der im 12. Jahrhundert das Evangelium nach Westpommern brachte. Er wird Apostel der Pommern genannt. Die Kirche gedenkt seiner am 30. Juni, seinem Todestag.

Er stammte aus Schwaben, aus einer adligen Familie. Sein genaues Geburtsjahr ist nicht bekannt: Genannt werden Jahre zwischen etwa 1060 und etwa 1065. Als junger Geistlicher kam er nach Polen, wo er seinen Lebensunterhalt mit Unterricht verdiente. Dort war er Kaplan am Hof des Herzogs Władysław Herman und seiner Gemahlin Judith, der Schwester Kaiser Heinrichs IV.

In den 1090er Jahren trat er in den Dienst Kaiser Heinrichs IV. Er leitete den Bau des Doms zu Speyer und stand 1102 kurzzeitig an der Spitze der kaiserlichen Kanzlei. Ende dieses Jahres ernannte ihn der Kaiser zum Bischof von Bamberg. Im Investiturstreit zwischen Papsttum und Kaisertum weigerte sich Otto, die Weihe von einem schismatischen Bischof zu empfangen. Die Bischofsweihe spendete ihm erst am 13. Mai 1106 in Anagni Papst Paschalis II.

Als Bischof baute er den durch einen Brand zerstörten Bamberger Dom wieder auf, sorgte für die Armen und gründete oder erneuerte rund dreißig Klöster und andere kirchliche Einrichtungen. Er setzte sich für die Versöhnung zwischen Papst und Kaiser ein, die das Wormser Konkordat von 1122 besiegelte. Papst Benedikt XVI. nannte ihn einen Bischof, der seinem Bistum ein vorbildlicher Hirte war und den Pommern das Evangelium gebracht hat.

Als Herzog Bolesław III. Schiefmund, der Sohn Władysław Hermans, Pommern unter seine Herrschaft gebracht hatte, lud er Otto ein, die Bewohner des Landes zu taufen. Mit Zustimmung des Papstes brach der Bischof im Mai 1124 auf und gelangte über Böhmen und Gnesen nach Pommern. Er gewann die Menschen durch ruhige, wohlwollende Predigt und großzügige Geschenke. Im Juni jenes Jahres taufte er in Pyritz und verkündete dann das Evangelium in Kammin, Stettin und Wollin. Nach Angaben seiner mittelalterlichen Biografen wurden auf dieser Reise mehr als 22.000 Menschen getauft; Otto gründete zudem elf Kirchen. 1125 kehrte er nach Bamberg zurück.

Als in Pommern das Heidentum wieder auflebte, brach Otto 1128 erneut dorthin auf, diesmal über Magdeburg. Am Pfingstfest sprach er in Usedom vor einer Versammlung der Adligen, die beschlossen, die Taufe zu empfangen. Er verkündete das Evangelium auch in Wolgast und Gützkow, stärkte die Gemeinden in Stettin und Wollin und kehrte gegen Ende des Jahres nach Bamberg zurück.

Er starb am 30. Juni 1139 in Bamberg und wurde in der Abtei St. Michael beigesetzt. 1140 errichtete Papst Innozenz II. das Bistum Pommern mit Sitz in Wollin, eine Frucht seiner Mission. 1189 wurde er auf Anordnung von Papst Clemens III. in Würzburg heiliggesprochen. 1972 bestimmte ihn der Primas von Polen, Kardinal Stefan Wyszyński, zum zweiten Patron der Diözese Stettin-Cammin. 1987 bat Johannes Paul II. im Stettiner Dom darum, die dort aufbewahrten Reliquien des Heiligen mit tiefster Verehrung zu umgeben.