
Heiliger Mose
Prophet, der Israel aus Ägypten führte und am Sinai das Gesetz empfing
Der heilige Mose war der Prophet, den Gott erwählte, um das unterdrückte Volk Israel aus Ägypten herauszuführen und in das verheißene Land zu geleiten. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 4. September und erinnert daran, dass Gott sich ihm auf dem Berg Sinai mit den Worten „Ich bin, der ich bin“ offenbarte und ihm das Gesetz gab, das das Leben des auserwählten Volkes ordnen sollte. Die Schrift nennt keine Lebensdaten.
Er wurde in Ägypten in einer Familie aus dem Stamm Levi geboren, zu einer Zeit, als der Pharao befohlen hatte, die neugeborenen Knaben der Hebräer in den Nil zu werfen. Seine Mutter legte ihn in einem Kästchen aus Papyrus ins Schilf am Ufer des Flusses. Dort fand ihn die Tochter des Pharao und gab ihm den Namen Mose, weil sie ihn aus dem Wasser gezogen hatte. Als er herangewachsen war und einen Ägypter erschlagen hatte, der einen Hebräer schlug, musste er ins Land Midian fliehen. Dort heiratete er Zippora, die Tochter des Priesters Jitro, und weidete dessen Herde. Papst Franziskus bemerkte, dass er damals menschlich gesehen ein Gescheiterter war.
Am Horeb, dem Gottesberg, sprach der Herr zu ihm aus einem Dornbusch, der brannte und doch nicht verbrannte, und sandte ihn zum Pharao, um die Israeliten aus Ägypten herauszuführen. Mose sträubte sich lange: Er fragte, wer er sei, eine solche Aufgabe zu übernehmen, und sagte, er könne nicht gut reden. Gott offenbarte ihm seinen Namen und gab ihm seinen Bruder Aaron als Helfer. Der Katechismus lehrt, dass diese Begegnung am brennenden Dornbusch eines der Urbilder des Gebetes in der geistlichen Überlieferung von Juden und Christen geblieben ist.
Nach den Plagen Ägyptens und dem Paschamahl brachen die Israeliten auf, und Gott führte sie durch das Meer. Auf dem Berg Sinai empfing Mose von Gott die Zehn Gebote und war der Mittler des Bundes zwischen Gott und dem Volk. Als das Volk das Goldene Kalb anbetete, trat Mose für es ein und bat Gott, ihm zu vergeben oder andernfalls ihn selbst aus seinem Buch zu streichen. Benedikt XVI. erinnerte daran, dass die Kirchenväter in dieser Bereitschaft eine Vorausdeutung auf Christus sahen, der unsere Sünden auf sich nahm.
Die Schrift sagt, dass der Herr mit Mose von Angesicht zu Angesicht redete, wie mit einem Freund, und nennt ihn den demütigsten aller Menschen. Der Katechismus sieht in seinem Gebet das eindrucksvollste Beispiel der Fürbitte: Mose betete nicht für sich selbst, sondern für das Volk, das Gott sich zu eigen gemacht hatte. Papst Franziskus wies darauf hin, dass Mose oft ein schwankendes Herz hatte und Gott häufig nach dem „Warum“ fragte, und doch vergaß er nie sein Volk.
Vierzig Jahre lang führte er das Volk durch die Wüste. Wegen des mangelnden Vertrauens, das er in Meriba gezeigt hatte, betrat er das verheißene Land nicht, und er setzte Josua zu seinem Nachfolger ein. Vom Berg Nebo im Land Moab aus zeigte ihm der Herr das ganze verheißene Land, und dort starb Mose. Die Schrift sagt, dass niemand den Ort seines Grabes kennt und dass in Israel kein Prophet mehr wie er aufgetreten ist. Auf dem Berg der Verklärung sprach Mose zusammen mit Elija mit Jesus. Mose wurde nie förmlich heiliggesprochen. Die Kirche verehrt ihn als Heiligen, wie die Patriarchen und Propheten des Alten Testaments.