Heiliger Matthäus Lê Văn Gẫm
Märtyrer · † 1847
Märtyrer, Kaufmann und Laie, Fährmann der Missionare
Der heilige Matthäus Lê Văn Gẫm war ein vietnamesischer Kaufmann, ein katholischer Laie, der mit seinem Boot Missionare und Seminaristen beförderte. Deswegen wurde er 1846 verhaftet und nach einem Jahr Gefängnis in Saigon enthauptet. Die Kirche gedenkt seiner am 11. Mai.
Er wurde um 1813 im Dorf Long Đại in der Provinz Biên Hòa geboren, in Kotschinchina, also im Süden des heutigen Vietnam. Er stammte aus der dortigen katholischen Gemeinde und war das älteste von sechs Kindern. Er heiratete und hatte nach der von der Vietnamesischen Bischofskonferenz herausgegebenen Lebensbeschreibung mit seiner Frau vier Kinder. Er war Kaufmann und oft auf Reisen. Er besaß ein eigenes Boot und kannte die Flüsse und Seewege gut.
Das Christentum war damals im vietnamesischen Staat verboten, und unter den Kaisern Minh Mạng und Thiệu Trị gaben viele Gläubige und Missionare ihr Leben für den Glauben. Die Kirche in Kotschinchina brauchte jedoch Priester. Im Auftrag der Kirche brachte Matthäus auf dem Seeweg Missionare aus Europa ins Land und beförderte Priester und Seminaristen, die ins Ausland reisten, unter anderem nach Singapur. Mehrere solcher Fahrten verliefen ohne Zwischenfall.
1846 segelte er nach Singapur, um Bischof Lefebvre, den Apostolischen Vikar, zusammen mit einem Priester und drei Seminaristen abzuholen. Auf dem Boot führte er auch liturgische Geräte mit. Auf der Rückfahrt hielt eine Militärpatrouille vor der Küste das Boot an und fand europäische Missionare an Bord. Als Eigentümer und Kapitän des Bootes galt Matthäus als Hauptschuldiger und wurde eingekerkert.
Er wurde mehrfach verhört und geschlagen, damit er seinem Glauben abschwöre. Er antwortete, er wolle lieber den Tod annehmen, als den Glauben aufzugeben, den er seit seiner Kindheit bewahrt habe. Nach einem Jahr im Gefängnis wurde er auf Befehl des Kaisers Thiệu Trị am 11. Mai 1847 in Saigon enthauptet, auf der Richtstätte nahe dem heutigen Chợ Đũi. Ein kleines Heiligtum erinnert an den Ort seines Martyriums im heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt.
Matthäus gehört zu den 117 Märtyrern von Vietnam. Papst Leo XIII. sprach ihn am 27. Mai 1900 selig, und Johannes Paul II. sprach ihn zusammen mit den anderen am 19. Juni 1988 heilig. Die Kirche gedenkt der Märtyrer von Vietnam gemeinsam am 24. November, das Römische Martyrologium nennt Matthäus an seinem Todestag. In der Erzdiözese Saigon trägt eine Pfarrei seinen Namen.