Heiliger Matthäus, Apostel und Evangelist
Apostel
Apostel und Evangelist, von Jesus berufener Zöllner, auch Levi genannt
Der heilige Matthäus war einer der zwölf Apostel. Bevor er Jesus nachfolgte, war er Zöllner. Die Überlieferung der Kirche schreibt ihm das erste der Evangelien zu, das das Neue Testament eröffnet. Die Kirche feiert sein Fest am 21. September.
Das erste Evangelium nennt ihn „Matthäus, den Zöllner“, während Markus und Lukas ihn bei der Schilderung derselben Berufung Levi nennen; Markus fügt hinzu, dass er der Sohn des Alphäus war. Auf Hebräisch bedeutet der Name Matthäus „Geschenk Gottes“. Benedikt XVI. schloss aus den Evangelien, dass er in Kafarnaum am See von Galiläa Zoll erhob. Zöllner galten als öffentliche Sünder, weil sie einer fremden Macht dienten und mit Geld umgingen, das man für unrein hielt. Wann und wo er geboren wurde, ist nicht bekannt.
Als Jesus am Zollhaus vorbeiging, sah er ihn und sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Da stand er auf und folgte ihm. Danach saß Jesus in seinem Haus mit vielen Zöllnern und Sündern zu Tisch. Den Pharisäern, die daran Anstoß nahmen, antwortete er, nicht die Gesunden brauchten den Arzt, sondern die Kranken, und fügte hinzu: „Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ Benedikt XVI. sah in ihm ein Zeichen, dass jemand, der der Heiligkeit fern zu sein scheint, zum Vorbild für die Annahme der Barmherzigkeit Gottes werden kann.
Matthäus erscheint in allen Listen der Zwölf und war unter den Aposteln, die nach der Himmelfahrt im Abendmahlssaal beteten. Um das Jahr 130 schrieb Bischof Papias von Hierapolis, Matthäus habe die Worte des Herrn in hebräischer Sprache aufgezeichnet. Eusebius von Caesarea fügte hinzu, der Apostel habe zuerst unter den Juden gepredigt und ihnen, bevor er zu anderen Völkern ging, das Evangelium in ihrer Sprache hinterlassen. Dieser Text ist nicht erhalten; wir kennen das Matthäusevangelium auf Griechisch. Das Römische Martyrologium betont, dass es Jesus Christus, den Sohn Davids, den Sohn Abrahams, als den verkündet, der das Alte Testament erfüllt hat.
Über das weitere Leben des Apostels gibt es keine sicheren Nachrichten. Antike Autoren nennen verschiedene Länder seiner Mission, am häufigsten Äthiopien. Man weiß nicht einmal, ob er als Märtyrer starb: Ältere Ausgaben des Römischen Martyrologiums sprachen von einem Martyrium in Äthiopien, andere Überlieferungen von einem natürlichen Tod, und das heutige Martyrologium schweigt darüber. Auch sein Todesjahr ist unbekannt. Seine Reliquien werden in der Krypta des Doms von Salerno verehrt, wohin sie nach örtlicher Überlieferung im 10. Jahrhundert gelangten.
Sein Gedenken am 21. September verzeichnet bereits das Martyrologium Hieronymianum aus dem 5. oder 6. Jahrhundert. Das Tagesgebet der Messe sagt, dass Gott in seiner unsagbaren Barmherzigkeit einen Zöllner zum Apostel gemacht hat. An diesem Tag liest die Kirche im Stundengebet eine Homilie des heiligen Beda, nach der Jesus den Zöllner „miserando atque eligendo“ ansah, voll Erbarmen und ihn erwählend. Papst Franziskus machte diese Worte zu seinem Wahlspruch; am Fest des heiligen Matthäus 1953 entdeckte er nach einer Beichte seine Berufung zum Ordensleben. Der heilige Matthäus wird seit apostolischer Zeit verehrt, noch bevor es Heiligsprechungsverfahren gab.