
Heiliger Marcellin Champagnat
Priester · 1789-1840
Priester, Gründer der Maristen-Schulbrüder, Apostel der Jugend
Der heilige Marcellin Champagnat war ein französischer Priester der Gesellschaft Mariens und Gründer des Instituts der Kleinen Brüder Mariens, die heute als Maristen-Schulbrüder bekannt sind und sich der christlichen Erziehung von Kindern und Jugendlichen widmen. Die Kirche gedenkt seiner am 6. Juni, seinem Todestag.
Er wurde am 20. Mai 1789 im Weiler Le Rosey in der Gemeinde Marlhes als neuntes Kind von Jean-Baptiste Champagnat und Marie Chirat geboren. Den Glauben lernte er von seiner Mutter und von einer Tante, einer Ordensfrau, die während der Revolution aus ihrem Kloster vertrieben worden war. Seine Schulbildung war dürftig. Als er vierzehn Jahre alt war, half ihm ein Priester zu erkennen, dass Gott ihn zum Priestertum berief.
Trotz Schwierigkeiten beim Lernen trat er 1805 in das Seminar von Verrières ein und wechselte 1813 an das Priesterseminar in Lyon. Zu seinen Mitstudenten gehörten Johannes Maria Vianney, der spätere Pfarrer von Ars, und Jean-Claude Colin, der spätere Gründer der Maristenpatres. Mit einer Gruppe von Seminaristen fasste er den Entschluss, die Gesellschaft Mariens zu gründen, die unter dem Schutz der Gottesmutter Frankreich neu evangelisieren sollte. Marcellin wollte, dass den Priestern Ordensbrüder als Katecheten und Lehrer zur Seite stehen. Im Juli 1816 empfing er die Priesterweihe, und am Tag darauf weihte er sich zusammen mit seinen Gefährten im Heiligtum von Fourvière der Gottesmutter.
Er wurde Kaplan in La Valla, einer weitläufigen Bergpfarrei. Er unterrichtete die Kinder im Katechismus und versagte sich vieles, um den Ärmsten zu helfen. Eines Tages wurde er zu einem sterbenden Siebzehnjährigen gerufen, der nicht einmal wusste, dass es Gott gibt. Champagnat bereitete ihn auf den Tod vor, und erschüttert von dem Gedanken, wie viele junge Menschen ohne Bildung und ohne Glauben lebten, versammelte er am 2. Januar 1817 die ersten zwei jungen Männer zum gemeinsamen Leben. So entstand das Institut der Kleinen Brüder Mariens.
Die Gemeinschaft wuchs rasch, und so baute er mit den Brüdern bei Saint-Chamond ein großes, Maria geweihtes Haus, das den Namen Notre-Dame de l'Hermitage erhielt. 1825 wurde er von seinen Aufgaben in der Pfarrei entbunden, um sich ganz den Brüdern widmen zu können. Trotz Kritik und Hindernissen blieb er dem Willen Gottes treu. Er lehrte die Brüder, Christus nach dem Vorbild Marias zu leben, und wünschte, dass sie eine durch Liebe verbundene Familie seien; in seinem Testament bat er, man möge von ihnen sagen, was man von den ersten Christen sagte: „Seht, wie sie einander lieben“. Als der Heilige Stuhl 1836 die Gesellschaft Mariens anerkannte und ihr die Mission in Ozeanien anvertraute, legte Champagnat in ihr seine Gelübde ab und sandte drei Brüder mit den ersten Missionaren aus.
Von Arbeit und Krankheit erschöpft, starb er am 6. Juni 1840 im Alter von 51 Jahren in Saint-Chamond. Er hinterließ mehr als 280 Brüder, die in 48 Schulen Kinder unterrichteten. Papst Pius XII. sprach ihn am 29. Mai 1955 selig, Johannes Paul II. sprach ihn am 18. April 1999 auf dem Petersplatz heilig. In seiner Predigt sprach der Papst von ihm als einem Priester, der von der Liebe zu Jesus und Maria ergriffen war und ein offenes Herz für die religiöse Unwissenheit und die Verlassenheit junger Menschen hatte, und am folgenden Tag nannte er ihn einen Apostel der Jugend.