Heiliger Ludwig Maria Grignion von Montfort
Priester · 1673-1716
Priester, Volksmissionar, Gründer der Montfortaner und der Töchter der Weisheit
Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort war ein französischer Priester und Volksmissionar. Er schrieb die Abhandlung über die wahre Andacht zur allerseligsten Jungfrau und gründete die Gesellschaft Mariens und die Kongregation der Töchter der Weisheit. Sein Gedenktag ist der 28. April.
Er wurde am 31. Januar 1673 in Montfort in der Bretagne als Sohn eines Advokaten geboren. Später fügte er selbst seinem Namen den Namen Maria hinzu, aus Liebe zur Gottesmutter. Er besuchte das Jesuitenkolleg in Rennes und machte sich 1693 zu Fuß auf den Weg nach Paris, um Theologie zu studieren; nach der Heiligsprechungsbulle tauschte er unterwegs seine Kleider mit einem Bettler. Er bereitete sich im Seminar von Saint-Sulpice auf das Priestertum vor und wurde am 5. Juni 1700 geweiht.
Als Seelsorger des Hospitals in Poitiers diente er den Armen und Kranken und legte dort den Grund für die Kongregation der Töchter der Weisheit: 1703 nahm er Marie-Louise Trichet auf, die später seliggesprochen wurde und die Leitung übernahm. Wegen der Ablehnung eines Teils seiner Umgebung musste er das Hospital verlassen, und schließlich verbot ihm der Bischof den Dienst in der Diözese Poitiers. 1706 ging er zu Fuß nach Rom. Er wollte das Evangelium unter den Heiden verkünden, doch Papst Clemens XI. trug ihm auf, in Frankreich zu wirken, und verlieh ihm den Titel eines Apostolischen Missionars.
Von da an hielt er zehn Jahre lang bis zu seinem Tod Volksmissionen in der Bretagne, in der Vendée und in anderen Gegenden Westfrankreichs; die Heiligsprechungsbulle spricht von mehr als zweihundert Missionen. Er predigte die Liebe zu Gott allein, das Geheimnis der ewigen Weisheit und des gekreuzigten Christus, die Weihe an Jesus durch Maria und den Rosenkranz, und er rief die Gläubigen auf, ihr Taufversprechen zu erneuern. Er errichtete Kreuze und Kalvarienberge. Den Kalvarienberg, den er mit Hilfe der Gläubigen in Pontchâteau baute, ließ der Bischof von Nantes nicht segnen, und auf Befehl König Ludwigs XIV. wurde er abgerissen. Damit die Früchte der Missionen Bestand hätten, sammelte er Missionspriester in der Gesellschaft Mariens, für die er 1713 eine Regel schrieb.
Sein bekanntestes Werk ist die Abhandlung über die wahre Andacht. Die Handschrift blieb über hundert Jahre unbekannt; sie wurde 1842 gefunden und ein Jahr später veröffentlicht. Karol Wojtyła las dieses Buch in seiner Jugend und schrieb als Papst, dass sein Wahlspruch Totus tuus von der Lehre des Heiligen inspiriert sei.
Im Frühjahr 1716 hielt er, obwohl seine Gesundheit schon nachließ, eine Mission in Saint-Laurent-sur-Sèvre und erkrankte nach einer Predigt in Anwesenheit des Bischofs schwer. Er starb dort am siebten Tag seiner Krankheit, am 28. April 1716, im Alter von 43 Jahren. Nach der Heiligsprechungsbulle sang er vor seinem Tod noch ein Missionslied, und die Menschen, die in Scharen zu seinem Leichnam kamen, wiederholten, dass ein Heiliger gestorben sei.
Papst Leo XIII. sprach ihn am 22. Januar 1888 selig, Pius XII. sprach ihn am 20. Juli 1947 heilig. 1996 nahm Johannes Paul II. seinen Gedenktag in den Allgemeinen Römischen Kalender auf, und im September desselben Jahres betete er an seinem Grab.