Heiliger Leopold III.

Königlich · † 1136

Markgraf, Ehemann und Vater, Gründer des Stiftes Klosterneuburg, Landespatron Österreichs

Der heilige Leopold III., Markgraf von Österreich aus dem Haus der Babenberger, war Ehemann und Vater einer großen Familie, Stifter von Klöstern und ein Herrscher, der sein Land vierzig Jahre lang in Frieden regierte. Schon zu Lebzeiten nannte man ihn den Frommen. Er ist der Landespatron Österreichs, und die Kirche gedenkt seiner am 15. November.

Er wurde um 1075 geboren. Das genaue Datum ist nicht bekannt, als Geburtsort wird Melk genannt. Er war der Sohn des Markgrafen Leopold II. und übernahm nach dessen Tod im Jahr 1095 die Herrschaft in der Mark. Über seine Jugend und die ersten Jahre seiner Regierung ist fast nichts bekannt.

Als Kaiser Heinrich IV. 1105 gegen seinen eigenen Sohn Krieg führte, stellte sich Leopold auf die Seite des späteren Kaisers Heinrich V., und 1106 heiratete er dessen Schwester Agnes, die Witwe des Herzogs von Schwaben. Agnes gebar ihm mehr als ein Dutzend Kinder. Unter ihnen waren seine Nachfolger Leopold IV. und Heinrich II., der Bischof und Geschichtsschreiber Otto von Freising sowie Agnes, die Ehefrau des polnischen Herzogs Władysław II. des Vertriebenen. Nach dem Tod Heinrichs V. im Jahr 1125 gehörte Leopold zu den Kandidaten für die deutsche Krone, erklärte aber, dass er sie nicht annehmen werde.

Während das Reich von Kriegen erschüttert wurde, hielt sich Leopold von den Streitigkeiten fern und bewahrte, wie die Heiligsprechungsbulle hervorhebt, das ihm anvertraute Land in einem langen Frieden. Seine Residenz verlegte er nach Klosterneuburg bei Wien. Dort gründete er gemeinsam mit seiner Frau am 12. Juni 1114 ein Kollegiatstift, das er 1133 den Augustiner-Chorherren übergab; sie leben bis heute dort. Der Legende nach wurde der Ort der Gründung durch den Schleier der Agnes angezeigt, den der Wind am Hochzeitstag fortgetragen hatte und den der Markgraf bei einer Jagd wiederfand. 1133 stiftete Leopold auf Anraten seines Sohnes Otto auch die Zisterzienserabtei Heiligenkreuz.

Die Heiligsprechungsbulle sagt von ihm, er habe inmitten der Sorgen um Haus, Ehe, Kinder und Fürstentum Abstand zur Welt gehalten und das Zeitliche so verwaltet, dass er das Ewige nicht aus den Augen verlor. Er unterstützte die Schwachen und Armen und hielt den Klerus in Ehren, und Papst Innozenz II. nannte ihn einen besonderen Sohn des heiligen Petrus. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner als eines Förderers des Friedens und Freundes der Armen und des Klerus.

Er starb am 15. November 1136, wahrscheinlich infolge eines Jagdunfalls, weniger als zwei Monate nach der Weihe der Kirche in Klosterneuburg. Dort wurde er beigesetzt, und sein Grab wurde zum Ziel von Wallfahrten.

Schon im 14. Jahrhundert bat Herzog Rudolf IV. Papst Innozenz VI. um seine Heiligsprechung, doch das Verfahren kam für mehr als hundert Jahre zum Stillstand. Auf Bitten Kaiser Friedrichs III. wurde es unter den Päpsten Paul II. und Sixtus IV. wieder aufgenommen. Papst Innozenz VIII. nahm Leopold am 6. Januar 1485 in die Schar der Heiligen auf und legte sein Fest auf den 15. November. 1663 erklärte Kaiser Leopold I. ihn zum Patron Österreichs. In Niederösterreich ist der 15. November bis heute Landesfeiertag.