Heiliger Josemaría Escrivá

Priester · 1902-1975

Priester, Gründer des Opus Dei, Lehrer der Heiligkeit in der täglichen Arbeit

Der heilige Josemaría Escrivá de Balaguer war ein spanischer Priester, Gründer des Opus Dei und der Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz. Sein Leben lang verkündete er, dass alle zur Heiligkeit berufen sind und dass die gewöhnliche Arbeit und die täglichen Pflichten zu einem Weg zu Gott werden können. Die Kirche gedenkt seiner am 26. Juni.

Er wurde am 9. Januar 1902 in Barbastro in Spanien als zweites von sechs Kindern geboren. Seine Eltern, José Escrivá und María Dolores Albás, waren überzeugte Katholiken und vermittelten ihm den Glauben vor allem durch ihr eigenes Beispiel. Zwischen 1910 und 1913 starben seine drei jüngeren Schwestern, und 1914 verlor die Familie ihr Vermögen; ein Jahr später zog sie nach Logroño.

Im Winter 1917 auf 1918 sah er dort im Schnee die Spuren der nackten Füße eines Karmeliten. Er dachte, wenn andere so viele Opfer für Gott bringen, müsse auch er Ihm etwas schenken. Ohne schon genau zu wissen, was Gott von ihm wollte, beschloss er, Priester zu werden. Er studierte im Seminar von Logroño und ab 1920 in Saragossa, wo er auf Anraten seines Vaters auch Rechtswissenschaft studierte. Am 28. März 1925 empfing er in Saragossa die Priesterweihe.

1927 zog er nach Madrid, um in Rechtswissenschaft zu promovieren, und widmete dort viel Zeit den Kranken, den Armen und den Kindern in den Vorstädten. Am 2. Oktober 1928 „sah“ er, wie er selbst sagte, die Sendung, die Gott ihm anvertrauen wollte. An diesem Tag entstand das Opus Dei: ein neuer Weg in der Kirche, auf dem Menschen aus allen Lebensbereichen nach Heiligkeit streben und apostolisch wirken sollten, indem sie die gewöhnliche Arbeit mitten in der Welt heiligen. Am 14. Februar 1930 erkannte er, dass das Werk auch Frauen umfassen sollte. 1934 veröffentlichte er die erste Fassung des Buches „Der Weg“, das später in Dutzenden Sprachen erschien.

Der Bürgerkrieg, der 1936 in Spanien ausbrach, brachte in Madrid eine gewaltsame Verfolgung der Kirche. Josemaría harrte in Gebet, Buße und apostolischer Arbeit aus. Am 14. Februar 1943 gründete er innerhalb des Opus Dei die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz. 1946 ließ er sich in Rom nieder, um die päpstliche Approbation des Werkes vorzubereiten. Pius XII. gewährte ihm 1947 das Decretum laudis und am 16. Juni 1950 die endgültige Approbation.

Von Rom aus leitete er das Werk, das sich in vielen Ländern ausbreitete, und unternahm Katechesereisen durch Europa und Lateinamerika. Er starb am 26. Juni 1975 an einem Herzanfall in seinem Arbeitszimmer in Rom. Das Opus Dei zählte damals mehr als 60.000 Mitglieder auf fünf Kontinenten. Sein Leib ruht in Rom in der Prälaturkirche Santa Maria della Pace. 1982 gab die Kirche dem Werk seine endgültige Rechtsform als Personalprälatur.

Johannes Paul II. sprach ihn am 17. Mai 1992 selig und am 6. Oktober 2002 auf dem Petersplatz heilig. Am folgenden Tag sagte der Papst, Gott habe ihn erwählt, die allgemeine Berufung zur Heiligkeit zu verkünden, und man könne ihn den Heiligen des Alltags nennen.