Heiliger Johannes der Täufer

Märtyrer

Vorläufer des Herrn, letzter der Propheten, Märtyrer

Der heilige Johannes der Täufer, Sohn des Priesters Zacharias und der Elisabet, ist der Vorläufer des Herrn: der Prophet, der Jesus den Weg bereitete, ihn im Jordan taufte und auf ihn als das Lamm Gottes hinwies. Die Kirche feiert am 24. Juni das Hochfest seiner Geburt und gedenkt am 29. August seines Martyriums.

Nach dem Evangelium des heiligen Lukas waren seine Eltern gerecht und in vorgerücktem Alter, und Elisabet war unfruchtbar. Als Zacharias im Tempel das Rauchopfer darbrachte, verkündete ihm der Engel Gabriel die Geburt eines Sohnes. Zacharias glaubte nicht und verstummte. Als Maria, eine Verwandte Elisabets, sie besuchte, hüpfte das Kind vor Freude im Leib seiner Mutter. Am Tag der Beschneidung schrieb der Vater auf ein Schreibtäfelchen: „Johannes ist sein Name“, und erhielt die Sprache zurück.

Der Knabe lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor Israel auftrat. Unter Kaiser Tiberius, nach Benedikt XVI. um das Jahr 27 oder 28, begann er, zur Umkehr zu rufen und im Jordan eine Taufe der Buße zu spenden; daher sein Beiname. Er trug ein Gewand aus Kamelhaaren und ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. Den Menschen, auch Zöllnern und Soldaten, gab er einfache Weisungen: mit den Bedürftigen teilen, nicht mehr verlangen als festgesetzt, niemandem Unrecht tun. Gefragt, ob er der Messias sei, antwortete er, er sei nicht würdig, die Riemen der Sandalen dessen zu lösen, der nach ihm komme.

Als Jesus an den Jordan kam, wollte Johannes ihn zunächst nicht taufen, gab dann aber nach. Später wies er auf ihn hin mit den Worten: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“, und zwei seiner Jünger, unter ihnen Andreas, folgten Jesus. Jesus sagte, unter den von einer Frau Geborenen sei kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer, und nannte ihn den Elija, der kommen soll. Der Katechismus sagt, dass Johannes alle Propheten übertrifft und der letzte von ihnen ist.

Johannes hielt dem Tetrarchen Herodes Antipas vor, es sei ihm nicht erlaubt, Herodias, die Frau seines Bruders, zu haben, und Herodes ließ ihn einkerkern. Beim Geburtstagsmahl des Herodes tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen und forderte auf Rat ihrer Mutter den Kopf des Johannes. Der König ließ ihn im Gefängnis enthaupten, und seine Jünger begruben seinen Leichnam. Auch der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, dass Herodes den Einfluss des Johannes auf das Volk fürchtete und ihn in der Festung Machärus hinrichten ließ. Das Jahr seiner Geburt und seines Todes ist nicht bekannt.

Johannes wird seit dem Altertum verehrt, ohne förmliche Heiligsprechung. Schon um die Mitte des 4. Jahrhunderts wurde in Sebaste in Samarien sein Haupt verehrt. Das Datum seiner Geburt wurde an Weihnachten gebunden, denn Elisabet war im sechsten Monat, als Maria Jesus empfing. Der heilige Augustinus sah darin ein Zeichen: Johannes wird geboren, wenn die Tage kürzer zu werden beginnen, Christus, wenn sie länger zu werden beginnen, gemäß dem Wort des Johannes: „Er muss wachsen, ich aber geringer werden.“ Die Kirche verehrt ihn als Patron der zum Tod Verurteilten und der um des Glaubenszeugnisses willen Gefangenen.