
Heiliger Gregor VII.
Papst · † 1085
Papst, Benediktinermönch, Verteidiger der Freiheit der Kirche
Der heilige Gregor VII., zuvor der Mönch Hildebrand, war von 1073 bis 1085 Papst. Er bekämpfte die Simonie, also den Handel mit kirchlichen Ämtern, und verteidigte die Freiheit der Kirche gegenüber der weltlichen Macht; nach ihm wird die Erneuerung der Kirche im 11. Jahrhundert gregorianische Reform genannt. Die Kirche gedenkt seiner am 25. Mai.
Er stammte aus der Toskana; als sein Geburtsort gilt Sovana. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt, genannt werden die Jahre zwischen 1020 und 1030. Als Junge kam er nach Rom, in das Kloster Santa Maria auf dem Aventin, das sein Onkel leitete. Er wurde Benediktinermönch, doch ist nicht bekannt, wann und wo er seine Gelübde ablegte. Er war Kaplan Papst Gregors VI. und folgte ihm, als dieser 1046 nicht mehr Papst war, ins Exil nach Deutschland.
1049 kehrte er mit dem heiligen Papst Leo IX. nach Rom zurück. Fast ein Vierteljahrhundert lang diente er den aufeinanderfolgenden Päpsten als Berater, Verwalter der Güter des Apostolischen Stuhls und Legat, und er wurde auch Archidiakon der römischen Kirche. Am 22. April 1073 begann das Volk von Rom während der Totenfeier für Alexander II., ihn als Papst zu fordern, und die Kardinäle wählten ihn noch am selben Tag. Er nahm den Namen Gregor an.
Die Synoden unter seinem Vorsitz verboten die Simonie, verlangten vom Klerus ein Leben in Keuschheit und wandten sich gegen die Vergabe kirchlicher Ämter durch weltliche Herrscher, die sogenannte Investitur. Daraus erwuchs ein heftiger Konflikt mit dem deutschen König Heinrich IV. 1076 kündigten die vom König in Worms versammelten Bischöfe Gregor den Gehorsam auf, und der Papst belegte Heinrich mit dem Kirchenbann. Auf die Seite des Papstes stellte sich Herzog Bolesław II., der zu Weihnachten 1076 in Gnesen zum König von Polen gekrönt wurde. Im Januar 1077 wartete Heinrich drei Tage lang als Büßer vor der Burg Canossa und erhielt die Lossprechung, doch der Konflikt ging weiter.
1084 nahmen Heinrichs Truppen Rom ein, und der Papst flüchtete in die Engelsburg. Befreit wurde er von seinem Verbündeten, dem normannischen Herzog Robert Guiskard, doch dessen Soldaten plünderten die Stadt grausam. Der Zorn der Römer richtete sich auch gegen den Papst, der Rom verlassen musste und über Montecassino nach Salerno zog. Dort weihte er die neue Kathedrale und richtete an die ganze Kirche einen Brief, der zugleich sein Testament war. Er starb am 25. Mai 1085 in Salerno. Chronisten überlieferten seine letzten Worte: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, darum sterbe ich im Exil.“ Ihre Echtheit ist ungewiss, doch nach Johannes Paul II. drücken sie eine tiefe geschichtliche Wahrheit aus.
Er ruht in der Kathedrale von Salerno. 1606 bestätigte Papst Paul V. seine Verehrung als Heiliger, und 1728 dehnte Benedikt XIII. sein Gedenken auf die ganze Kirche aus. 1985, zum 900. Todestag, besuchte Johannes Paul II. sein Grab und erinnerte daran, dass Gregor VII. die Kirche heilig, geeint und frei sehen wollte.