
Heiliger Giuseppe Moscati
Laie · 1880-1927
Laie, Arzt der Armen in Neapel, Forscher und Hochschullehrer
Der heilige Giuseppe Moscati war ein italienischer Arzt, Forscher und Hochschullehrer, der fast sein ganzes Leben in Neapel verbrachte. Er blieb Laie. Die Armen behandelte er unentgeltlich, und in den Kranken sah er den leidenden Christus. Die Kirche gedenkt seiner am 12. April, seinem Todestag.
Er wurde am 25. Juli 1880 in Benevent geboren, als siebtes von neun Kindern des Richters Francesco Moscati und der Rosa De Luca. Als er noch ein kleines Kind war, zog die Familie nach Ancona und dann nach Neapel. Dort empfing er 1888, am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, die Erstkommunion, und dort schloss er das Gymnasium ab. Als er noch ein Junge war, stürzte sein Bruder Alberto, ein Artillerieleutnant, vom Pferd und erlitt eine unheilbare Verletzung. Giuseppe pflegte ihn jahrelang. Vielleicht hat diese Erfahrung seine Entscheidung für das Medizinstudium beeinflusst.
Sein Medizinstudium schloss er 1903 mit der höchsten Note ab. Ab 1904 arbeitete er in Neapel im Krankenhaus der Unheilbaren (Ospedale degli Incurabili). 1906, beim Ausbruch des Vesuvs, eilte er mutig zum Krankenhaus in Torre del Greco und rettete die dortigen Kranken. Als 1911 in Neapel eine Choleraepidemie ausbrach, fürchtete er die Ansteckung nicht: Er blieb bei den Kranken und betrieb Forschungen, die halfen, sie einzudämmen. Im Ersten Weltkrieg leitete er die Militärabteilungen in den Krankenhäusern Neapels, und 1919 wurde er Chefarzt.
Gleichzeitig forschte er und bildete künftige Ärzte aus. 1911 erhielt er die Lehrbefugnis für physiologische Chemie, 1922 für klinische Medizin. Die Ergebnisse seiner Forschungen, vor allem über das Glykogen, veröffentlichte er in italienischen und ausländischen Fachzeitschriften. Glaube und Wissenschaft sah er nicht als Gegensatz: Als Forscher wollte er der Wahrheit dienen. Einem seiner Schüler schrieb er, der Arzt müsse sich nicht nur um den Leib, sondern auch um die Seele des Kranken kümmern.
Seinen Tag begann er mit der heiligen Messe und der Kommunion. Er wartete nicht, bis die Kranken zu ihm kamen: Er suchte sie in den ärmsten Vierteln der Stadt auf, behandelte sie kostenlos und unterstützte sie oft aus seinem eigenen Verdienst. Eine Familie gründete er nicht. Er wählte die Ehelosigkeit, um mehr Zeit für seine Patienten zu haben, und pflegte zu sagen, sein Platz sei bei den Kranken. Er schrieb: „Nicht die Wissenschaft, sondern die Liebe hat die Welt verwandelt.“
Er starb plötzlich am 12. April 1927 in seiner Wohnung in Neapel, während er Kranke empfing. Er war 46 Jahre alt. In der Stadt verbreitete sich die Nachricht: „Der heilige Arzt ist gestorben.“ Sein Leib ruht in der Kirche Gesù Nuovo in Neapel.
Der Seligsprechungsprozess begann 1931 in Neapel. Papst Paul VI. sprach ihn am 16. November 1975, im Heiligen Jahr, selig. Johannes Paul II. sprach ihn am 25. Oktober 1987 auf dem Petersplatz heilig, während der Bischofssynode über die Berufung und Sendung der Laien. Er stellte ihn damals als Vorbild des christlichen Laien vor, besonders für Ärzte, Krankenschwestern und alle, die sich um Kranke kümmern.