
Heiliger Giuseppe Allamano
Priester · 1851-1926
Priester, Ausbilder junger Priester, Gründer der Consolata-Missionare
Der heilige Giuseppe Allamano war ein Priester der Erzdiözese Turin, sechsundvierzig Jahre lang Rektor des Heiligtums der Muttergottes vom Trost, der Consolata, und Erzieher junger Priester. Seine schwache Gesundheit erlaubte ihm nicht, selbst in die Mission zu gehen, doch er gründete zwei Missionsgemeinschaften. Die Kirche gedenkt seiner am 16. Februar, seinem Todestag.
Er wurde am 21. Januar 1851 in Castelnuovo d'Asti im Piemont geboren, woher auch der heilige Johannes Bosco und der heilige Giuseppe Cafasso stammten. Seine Mutter Maria Anna war die jüngere Schwester von Don Cafasso. Seinem Onkel begegnete er nur ein einziges Mal, als Sechsjähriger, doch er stellte ihn jungen Priestern stets als Vorbild vor Augen. Das Gymnasium absolvierte er im Oratorium in Valdocco in Turin, wo Don Bosco vier Jahre lang sein geistlicher Begleiter war.
Am 20. September 1873 empfing er die Priesterweihe. Bald darauf kam er an das Priesterseminar der Diözese, zuerst als Assistent, dann als Spiritual der Seminaristen. 1880 vertraute ihm der Erzbischof das Heiligtum der Consolata an. Niemand wollte dieses Amt: Der alte Bau verfiel, und das Konvikt für junge Priester war wegen Streitigkeiten über die Lehre der Moraltheologie geschlossen. Allamano nahm es aus Gehorsam an und blieb dort bis zu seinem Tod.
Zusammen mit dem Priester Giacomo Camisassa, seinem lebenslangen Mitarbeiter, erneuerte er das Gotteshaus und machte es wieder zum geistlichen Mittelpunkt der Stadt. Er erreichte die Wiedereröffnung des Konvikts und leitete es wie einst sein Onkel. Er nahm Anteil am Los der Arbeiter, förderte die katholische Presse und baute die Exerzitien für Priester und Laien aus. Er setzte sich auch für die Seligsprechung von Don Cafasso ein, an der er 1925 in Rom teilnahm.
Seit seiner Jugend dachte er an die Mission, und er war überzeugt, dass jeder Priester seinem Wesen nach Missionar ist. Anfang 1900 erkrankte er schwer. Seine Genesung, die der Fürsprache der Muttergottes vom Trost zugeschrieben wurde, verstand er als Zeichen, dass das Werk entstehen sollte. Mit Zustimmung des Erzbischofs von Turin gründete er am 29. Januar 1901 das Institut der Consolata-Missionare. Ein Jahr später brach die erste Gruppe nach Kenia auf. Von Papst Pius X. ermutigt, rief er am 29. Januar 1910 die Kongregation der Missionsschwestern ins Leben.
Er nahm die Kandidaten selbst auf, traf sich jede Woche mit ihnen und stand im Briefwechsel mit den Missionaren in Afrika. Er wiederholte ihnen: „Zuerst Heilige, dann Missionare.“ Er wollte, dass das Institut kein Kolleg und kein Seminar sei, sondern eine Familie. Er starb am 16. Februar 1926 beim Heiligtum der Consolata. Er ruht in der Kirche des Mutterhauses seiner Missionare in Turin.
Johannes Paul II. sprach ihn am 7. Oktober 1990 selig. Zur Heiligsprechung führte die Heilung eines Mannes aus dem Volk der Yanomami im brasilianischen Amazonasgebiet, der 1996 von einem Jaguar schwer verletzt worden war und an dessen Seite die Missionsschwestern auf die Fürsprache ihres Gründers gebetet hatten. Papst Franziskus sprach Giuseppe Allamano am 20. Oktober 2024, dem Weltmissionssonntag, heilig.