Heiliger Florian
Märtyrer · † 304
Märtyrer von Lauriacum, Patron der Feuerwehr und von Krakau
Der heilige Florian war ein Märtyrer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian. Er starb in Lauriacum, dem heutigen Lorch, einem Teil der Stadt Enns in Oberösterreich. Er wird als Patron der Feuerwehr verehrt, außerdem als Patron Oberösterreichs und Krakaus. Das Römische Martyrologium gedenkt seiner am 4. Mai.
Über sein Leben ist wenig bekannt. Die wichtigste Quelle ist die Passio, die Erzählung von seinem Martyrium, deren älteste Fassung im 8. Jahrhundert auf der Grundlage einer früheren Überlieferung entstand. Danach war Florian früher ein hoher Beamter in der Kanzlei des Statthalters der römischen Provinz Noricum und lebte in Cetium, dem heutigen St. Pölten. Seine Herkunft und Jugend sind unbekannt.
Nach der Passio ließ der Statthalter Aquilinus in Lauriacum vierzig Christen einkerkern. Florian ging dorthin, um ihnen beizustehen, und bekannte selbst, Christ zu sein. Weil er seinen Glauben nicht verleugnen wollte, wurde er geschlagen und dann zum Tod verurteilt. Das Römische Martyrologium berichtet, dass er auf Befehl des Statthalters mit einem um den Hals gebundenen Stein von einer Brücke in die Enns gestürzt wurde. Das deutschsprachige Römische Messbuch nennt als Tag seines Todes den 4. Mai 304.
Der Überlieferung nach bestattete eine fromme Frau namens Valeria den Leichnam des Märtyrers. Über seiner Grabstätte erhob sich später das Stift St. Florian bei Linz, heute ein Haus der Augustiner-Chorherren. Zuerst rief man ihn in Gefahren durch Wasser an, erst im späten Mittelalter galt er als Patron gegen Feuer. Dargestellt wird er als römischer Soldat, der Wasser auf ein brennendes Haus gießt.
1184 wurde auf Bitten des Herzogs Kasimir des Gerechten und des Krakauer Bischofs Gedko und mit Zustimmung von Papst Lucius III. ein Teil seiner Reliquien aus Rom nach Krakau gebracht. Man empfing sie feierlich in Kleparz und setzte sie in der Wawel-Kathedrale bei, in Kleparz aber wurde eine dem Heiligen geweihte Kirche gebaut. Als 1528 ein Brand Kleparz zerstörte, blieb der Überlieferung nach nur diese Kirche verschont, was die Verehrung Florians in Polen neu belebte. Im 20. Jahrhundert wirkte dort der junge Priester Karol Wojtyła als Kaplan. In Polen wird der 4. Mai als Tag der Feuerwehr begangen.
Florian wurde nicht in einem förmlichen Verfahren heiliggesprochen. Wie die anderen Märtyrer der ersten Jahrhunderte wird er in der Kirche seit der Antike verehrt. Johannes Paul II. feierte 1988 die Messe in der Basilika von Lorch, rief dabei die Fürsprache der Heiligen Severin und Florian an und nannte sie Väter der Kirche, die in diesem Land gewachsen ist.