Heiliger Apostel Petrus

Apostel

Apostel, Fischer aus Betsaida, Erster unter den Zwölf, Märtyrer in Rom

Der heilige Apostel Petrus, der vor seiner Berufung Simon hieß, war ein Fischer aus Galiläa und der Erste unter den zwölf Aposteln. Christus vertraute ihm eine besondere Sorge für seine Kirche an. Petrus erlitt in Rom unter Kaiser Nero das Martyrium. Die Kirche feiert sein Hochfest am 29. Juni, gemeinsam mit dem heiligen Apostel Paulus.

Er war der Sohn des Johannes und stammte aus Betsaida am See von Galiläa. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt. Mit seinem Bruder Andreas fischte er und lebte in Kafarnaum. Er war verheiratet: Die Evangelien berichten, dass Jesus seine Schwiegermutter heilte. Andreas war es, der ihn zu Jesus führte, und Jesus gab ihm den aramäischen Namen Kephas, das heißt Fels, griechisch Petros. Am See rief Jesus die beiden Brüder in seine Nachfolge und kündigte Simon an, dass er von nun an Menschen fangen werde.

In den Apostellisten steht Petrus immer an erster Stelle. Mit Jakobus und Johannes war er Zeuge der Verklärung des Herrn. Bei Caesarea Philippi bekannte er: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, und Jesus antwortete, dass er auf diesen Felsen seine Kirche bauen werde, und versprach ihm die Schlüssel des Himmelreichs. Die Evangelien verschweigen seine Schwäche nicht: In der Nacht der Gefangennahme Jesu verleugnete Petrus ihn dreimal und weinte danach bitterlich.

Nach dem Zeugnis des Paulus erschien der Auferstandene zuerst dem Kephas, dann den Zwölf. Am See von Tiberias fragte er Petrus dreimal, ob er ihn liebe, und trug ihm auf, seine Schafe zu weiden. Nach der Herabkunft des Heiligen Geistes predigte Petrus in Jerusalem und leitete die erste Gemeinde, und in Caesarea ließ er den Hauptmann Kornelius, einen Heiden, mit seinem ganzen Haus taufen. Auf der Versammlung der Apostel in Jerusalem spielte er eine leitende Rolle. Das Neue Testament enthält zwei Briefe, die seinen Namen tragen.

Der Überlieferung nach war er der erste Bischof von Antiochia und kam danach nach Rom. Sein Aufenthalt und sein Martyrium in dieser Stadt gehören zur ältesten Überlieferung der Kirche. Er starb während der Christenverfolgung unter Nero. Eusebius von Caesarea berichtet unter Berufung auf Origenes, dass er mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde, weil er selbst darum gebeten hatte; das Römische Martyrologium gibt diese Einzelheit als Überlieferung wieder. Sein Todesjahr ist nicht sicher bekannt: Genannt wird das Jahr 64, als nach dem Brand Roms die Verfolgung begann, oder das Jahr 67, das die Überlieferung angibt.

Er wurde auf dem Vatikan bestattet, wo heute die Basilika steht, die seinen Namen trägt. Unter ihrem Hauptaltar wurden auf Anordnung Pius' XII. Ausgrabungen durchgeführt; 1950 verkündete der Papst, dass das Grab des Apostels gefunden worden sei. 1968 erklärte Paul VI., dass auch die Reliquien des Petrus auf eine Weise identifiziert worden seien, die man als überzeugend ansehen könne.

Petrus wird seit der Antike ohne förmliche Heiligsprechung als Heiliger verehrt. Ein römisches Verzeichnis der Märtyrer aus dem Jahr 336 gedenkt seiner am 29. Juni zusammen mit Paulus. Die Kirche sieht in den Bischöfen von Rom die Nachfolger des Petrus und feiert am 22. Februar auch das Fest Kathedra Petri.