Heilige Teresa von den Anden

Ordensschwester · 1900-1920

Jungfrau, Unbeschuhte Karmelitin, erste Heilige Chiles

Die heilige Teresa von den Anden, mit Ordensnamen Teresa von Jesus, war eine chilenische Unbeschuhte Karmelitin. Sie hieß Juana Fernández Solar, und ihre Angehörigen nannten sie Juanita. Mit achtzehn Jahren trat sie ins Kloster ein und starb elf Monate später an Typhus. Sie ist die erste Heilige Chiles. Die Kirche gedenkt ihrer am 12. April, ihrem Todestag.

Sie wurde am 13. Juli 1900 in Santiago als Tochter von Miguel Fernández und Lucía Solar geboren. Sie hatte drei Brüder und zwei Schwestern. Die Familie war wohlhabend und aufrichtig gläubig. Juanita besuchte die Schule der Schwestern vom Heiligsten Herzen in Santiago, zuerst als externe Schülerin, von 1915 bis 1918 als Internatsschülerin.

In ihrem Tagebuch hielt sie fest, dass Jesus kurz nach dem Erdbeben von 1906 begann, ihr Herz für sich zu nehmen. Von Natur aus war sie stolz und eigensinnig. Zum Wendepunkt wurde die Erstkommunion, die sie am 11. September 1910 empfing: Während der Vorbereitung darauf begann das Mädchen, beharrlich an seinem Charakter zu arbeiten. Mit vierzehn Jahren beschloss sie, Unbeschuhte Karmelitin zu werden. Ein Jahr später legte sie ein privates Keuschheitsgelübde ab, zunächst für neun Tage, und erneuerte es von da an immer wieder.

Von Gleichaltrigen hielt sie sich nicht fern. Sie war fröhlich und gesellig, trieb Sport, liebte Musik und Gesang und freute sich an der Schönheit der Natur. Ihre Freundinnen suchten bei ihr Rat und Halt. In den Ferien auf dem Land gab sie Katechismusunterricht und half den Armen, vor allem den Kindern. Sie las die Schriften der heiligen Therese vom Kinde Jesus und der heiligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit.

Am 7. Mai 1919 trat sie in das kleine, arme Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen zum Heiligen Geist in Los Andes ein, etwa 90 Kilometer von Santiago entfernt. Am 14. Oktober erhielt sie das Ordenskleid und begann als Teresa von Jesus das Noviziat. Sie arbeitete im Garten und bei anderen einfachen Tätigkeiten, und mit Erlaubnis ihrer Oberinnen schrieb sie viele Briefe, in denen sie ihren Glauben teilte. Die Berufung der Karmelitin verstand sie als unablässige Hingabe ihrer selbst für die sündige Welt und als Gebet für die Priester. Sie sagte, sie habe den Himmel auf Erden gefunden.

In der Karwoche 1920 erkrankte sie an Typhus. Weil ihr Leben in Gefahr war, wurde ihr erlaubt, die Ordensgelübde vor dem Ende des Noviziats abzulegen. Sie starb am Abend des 12. April 1920. Sie war neunzehn Jahre alt; bis zu ihrem zwanzigsten Geburtstag fehlten ihr drei Monate.

Sie hinterließ ein Tagebuch und Briefe, aus denen wir ihr geistliches Leben kennen. Johannes Paul II. sprach sie am 3. April 1987 in Santiago während seiner Reise nach Chile selig und am 21. März 1993 im Petersdom heilig. Er nannte sie die Erstlingsfrucht der Heiligkeit des Teresianischen Karmel in Lateinamerika und stellte sie der Jugend als Vorbild vor Augen. Ihre Reliquien ruhen im Heiligtum von Auco in Rinconada de Los Andes, zu dem Tausende von Pilgern kommen.