Heilige Simon und Judas Thaddäus

Apostel, Simon genannt der Zelot und Judas genannt Thaddäus

Die heiligen Simon und Judas Thaddäus gehörten zum Kreis der Zwölf Apostel, die Jesus erwählt hat. In den Listen der Zwölf stehen ihre Namen immer nebeneinander, und die Kirche verehrt sie gemeinsam: Das Fest der beiden fällt auf den 28. Oktober. Das Neue Testament berichtet nur sehr wenig über sie, deshalb kennen wir ihre Lebensdaten nicht.

Die Evangelisten Matthäus und Markus nennen Simon Kananäus, Lukas dagegen nennt ihn den Zeloten, das heißt den Eiferer. Beide Beinamen bedeuten dasselbe, denn sie gehen auf ein hebräisches Wort für glühenden Eifer zurück. Papst Benedikt XVI. erklärte, dass Simon, auch wenn er nicht zur Bewegung der Zeloten gehörte, sich höchstwahrscheinlich durch eine leidenschaftliche Bindung an Gott, an sein Volk und an das Gesetz auszeichnete. Im Kreis der Zwölf stand er neben dem Zöllner Matthäus, und das zeigt, dass Jesus seine Jünger aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten berief.

Judas trägt in der Überlieferung einen Doppelnamen, weil Matthäus und Markus ihn Thaddäus nennen, Lukas dagegen Judas, den Sohn des Jakobus. Er darf nicht mit Judas Iskariot verwechselt werden. Das Johannesevangelium hat eine Frage bewahrt, die er Jesus beim Letzten Abendmahl stellte: warum der Herr sich den Jüngern offenbaren will und nicht der Welt. Er erhielt zur Antwort, dass, wer Jesus liebt, an seinem Wort festhalten wird und dass der Vater und der Sohn zu ihm kommen und bei ihm wohnen werden.

Judas Thaddäus schreibt die Überlieferung einen der Briefe des Neuen Testaments zu, den kurzen Judasbrief. Der Verfasser warnt darin die Christen vor Menschen, die die Gnade Gottes missbrauchen und Spaltungen in die Kirche tragen, und ermutigt zugleich dazu, das Leben auf den Glauben zu bauen, im Heiligen Geist zu beten und in der Liebe Gottes zu bleiben.

Vom weiteren Weg der beiden Apostel spricht nur noch die Überlieferung. Ihr zufolge soll Simon das Evangelium in Ägypten verkündet haben und Judas Thaddäus in Mesopotamien; später zogen sie gemeinsam nach Persien und erlitten dort das Martyrium. Ihre Reliquien werden im Petersdom in Rom verehrt. Die Gläubigen bitten Judas Thaddäus vor allem in schwierigen und menschlich aussichtslosen Anliegen um seine Fürsprache.

Simon und Judas Thaddäus wurden nicht im heutigen Sinn seliggesprochen oder heiliggesprochen, weil die Kirche sie seit dem Altertum als Heilige verehrt. Der Tag ihres gemeinsamen Festes ist schon im alten Martyrologium Hieronymianum verzeichnet. Der Römische Kanon, das heißt das Erste Hochgebet, nennt sie gemeinsam unter den Aposteln und Märtyrern.