Heilige Olympias von Konstantinopel

Matrone

Witwe, Diakonisse in Konstantinopel, Schülerin des heiligen Johannes Chrysostomus

Die heilige Olympias war eine wohlhabende Adlige aus Konstantinopel. Früh verwitwet, gab sie ihr Vermögen den Armen und der Kirche, diente als Diakonisse und blieb dem heiligen Johannes Chrysostomus auch in seiner Verbannung treu. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 25. Juli, ihrem Todestag.

Sie stammte aus einer vornehmen Familie; ihr Vater Seleukos hatte den Rang eines Comes. Ihr Geburtsjahr ist nicht bekannt; es fällt in die Sechzigerjahre des 4. Jahrhunderts. Früh verlor sie ihre Eltern und erbte ein großes Vermögen. Mitte der Achtzigerjahre heiratete sie Nebridius, den Präfekten von Konstantinopel, doch nach weniger als zwei Jahren wurde sie kinderlose Witwe.

Kaiser Theodosius I. wollte sie mit seinem Verwandten, dem Spanier Elpidius, verheiraten. Olympias lehnte ab und sagte, hätte Gott gewollt, dass sie in der Ehe lebe, hätte er ihr den Mann nicht genommen. Der Kaiser stellte daraufhin ihr Vermögen unter die Verwaltung des Stadtpräfekten, bis sie dreißig Jahre alt würde, und dieser hinderte sie sogar daran, Bischöfe zu treffen und in die Kirche zu gehen. Olympias dankte dem Herrscher dafür, dass er ihr eine Last abgenommen habe, und bat ihn, ihre Güter an die Armen und die Kirchen zu verteilen. Im Jahr 391, nach dem Krieg gegen Maximus, gab Theodosius ihr das Recht über ihr Vermögen zurück.

Bischof Nektarios von Konstantinopel bestellte sie zur Diakonisse. Neben der Hauptkirche der Hauptstadt gründete sie eine Gemeinschaft, der sich Verwandte und viele junge Frauen anschlossen, die Gott dienen wollten. Sie unterstützte die Armen, Kirchen in fernen Provinzen und Bischöfe, darunter Amphilochius von Ikonium und Epiphanius von Zypern. Palladius von Helenopolis schildert, wie sie die ägyptischen Mönche bei sich aufnahm, die Theophilus, der Bischof von Alexandrien, vertrieben hatte.

Als der heilige Johannes Chrysostomus Bischof von Konstantinopel geworden war, übernahm er ihre geistliche Begleitung. Er riet ihr, ihr Vermögen mit Bedacht und nach den wirklichen Bedürfnissen zu verteilen, während sie für seinen täglichen Unterhalt sorgte. Im Jahr 404 wurde Johannes erneut aus der Stadt entfernt, und gleich darauf brannte die Kathedrale. Olympias wurde der Brandstiftung beschuldigt. Vor dem Präfekten antwortete sie, ihr Leben spreche für sie, denn sie habe ihr Vermögen für die Erneuerung der Kirchen gegeben. Sie verweigerte die Gemeinschaft mit Arsakios, der an Johannes' Stelle als Bischof eingesetzt worden war, und wurde zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Sie verließ Konstantinopel; Sozomenos schreibt, dass sie nach Kyzikos ging. Ob sie verbannt wurde oder freiwillig fortging, ist nicht sicher.

Aus der Verbannung in Kukusos in Armenien schrieb Johannes ihr Briefe; siebzehn davon sind erhalten. Er stärkte sie in ihrer Niedergeschlagenheit, nannte die Geduld im Leiden die Königin der Tugenden und tröstete sie, als es ihr nicht gelang, seine Verlegung zu erwirken. Benedikt XVI. zitierte 2007 einen dieser Briefe.

Olympias starb in Nikomedien in Bithynien. Ihr Todesjahr ist nicht sicher; meist wird 408 angegeben, ein Jahr nach dem Tod des Johannes. Palladius berichtet, dass die Einwohner Konstantinopels sie zu den Bekennern zählten, weil sie inmitten ihrer Kämpfe für die Ehre Gottes zum Herrn heimging. Sie wird seit der Antike als Heilige verehrt, im Osten wie im Westen.