
Heilige Nonna
Matrone · † 374
Mutter dreier Heiliger, Ehefrau Gregors des Älteren, des Bischofs von Nazianz
Die heilige Nonna lebte im 4. Jahrhundert in Kappadokien in Kleinasien. Sie war die Ehefrau Gregors des Älteren, des Bischofs von Nazianz, und die Mutter dreier Heiliger: Gregor von Nazianz, genannt der Theologe, Caesarius und Gorgonia. Das Martyrologium Romanum gedenkt ihrer am 5. August. Fast alles, was wir über sie wissen, hat ihr Sohn Gregor in seinen Grabreden und Gedichten überliefert.
Sie stammte aus einer christlichen Familie und hatte, wie Gregor schrieb, die Liebe zu Gott als Erbe ihrer Vorfahren empfangen. Jahr und Ort ihrer Geburt sind unbekannt. Ihr Mann, ein wohlhabender und angesehener Bürger, war kein Christ. Er gehörte zur Sekte der Hypsistarier, die allein den Höchsten verehrten und die Götzenbilder ablehnten, aber das Feuer verehrten und den Sabbat hielten.
Nach Gregors Bericht betete Nonna Tag und Nacht für das Heil ihres Mannes, fastete und weinte und gewann ihn vor allem durch ihr eigenes Leben. Ihr Sohn verglich sie mit dem Wassertropfen, der am Ende den Stein höhlt. Eines Nachts träumte ihr Mann, er singe die Worte des Psalms: „Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir gehen.“ Nonna nahm diesen Traum als Antwort auf ihre Gebete an und drängte ihn, nicht zu zögern. Um 325, als Bischöfe auf dem Weg zum Konzil von Nizäa waren, bat Gregor um Aufnahme in die Kirche. Nach der Taufe empfing er die Weihen und wurde später Bischof von Nazianz.
Nonna hatte drei Kinder. Gregor erinnerte daran, dass sie ihn schon vor seiner Geburt Gott versprochen und ihm gleich nach der Geburt geweiht hatte, was auch Benedikt XVI. erwähnte. Ihr Sohn beschreibt sie als Frau des Gebets, des Fastens und der Nachtwachen, die in der Kirche nur bei den Antworten der Liturgie sprach. Großzügig half sie den Armen, Witwen und Waisen, und ihr Mann vertraute ihr den größeren Teil der Almosen an. Gregor nannte seine Eltern den Abraham und die Sara ihrer Zeit.
Im Alter erlebte sie den Tod zweier erwachsener Kinder: Zuerst starb Caesarius, Arzt am kaiserlichen Hof, dann Gorgonia, über deren Sterbebett sich die betagte Mutter beugte. In der Rede nach dem Tod des Vaters erinnerte Gregor sie daran, dass sie diesen Verlust tapfer, als Christin, getragen hatte.
374 starb ihr Mann, der fast hundert Jahre alt geworden war. Gregor hielt die Grabrede auf ihn in Anwesenheit seiner Mutter und des heiligen Basilius des Großen. Nonna starb bald nach ihrem Mann, im selben Jahr. Nach den Epitaphen, die ihr Sohn für sie verfasste, starb sie in der Kirche, während sie am Altar betete. Gregor schrieb, dass sie, die ihr ganzes Leben Gott dargebracht hatte, ihm am Ende ihre Seele als reines Opfer übergab. Nonna wird seit der Antike als Heilige verehrt, lange bevor es Heiligsprechungsverfahren gab.