Heilige Maria Domenica Mazzarello

Ordensschwester · 1837-1881

Jungfrau, Mitbegründerin der Töchter Mariä Hilfe der Christen

Die heilige Maria Domenica Mazzarello war eine italienische Ordensfrau, die gemeinsam mit dem heiligen Johannes Bosco das Institut der Töchter Mariä Hilfe der Christen gründete, um arme Mädchen zu erziehen. Sie wurde am 9. Mai 1837 in Mornese im Piemont geboren und starb am 14. Mai 1881 in Nizza Monferrato. Ihr Gedenktag ist der 14. Mai.

Sie stammte aus einer frommen Bauernfamilie im Bistum Acqui. Ihre Eltern waren Giuseppe Mazzarello und Maria Maddalena Calcagno; sie war das älteste ihrer sieben Kinder und wurde noch am Tag ihrer Geburt getauft. Sie half der Mutter im Haus und dem Vater in den Weinbergen der Familie und erhielt kaum Schulbildung. Mit etwa siebzehn Jahren trat sie der frommen Vereinigung der Töchter der Unbefleckten Maria bei.

1860 wurde Mornese von einer Typhusepidemie heimgesucht. Auf Bitten des Pfarrers pflegte Maria Domenica kranke Verwandte und steckte sich selbst an. Die Krankheit schwächte sie so sehr, dass sie nicht mehr auf dem Feld arbeiten konnte. Zusammen mit ihrer Freundin Petronilla eröffnete sie daher eine kleine Nähwerkstatt für die Mädchen des Dorfes und lehrte sie nicht nur nähen, sondern auch beten und aus dem Glauben leben. Das Dekret über ihre heroischen Tugenden erinnert daran, dass sie jeden Nadelstich zu einem Akt der Liebe zu Gott machen wollte.

Im Oktober 1864 begegnete sie zum ersten Mal Don Bosco und spürte sofort, dass er ein Heiliger war. Ab 1865 lebte sie mit einigen Gefährtinnen in einem kleinen Haus nahe der Pfarrkirche, das der Priester Domenico Pestarino für sie eingerichtet hatte. Don Bosco wollte, ermutigt von Papst Pius IX., für Mädchen ein Institut ähnlich den Salesianern gründen und wählte gerade diese Gemeinschaft als dessen Anfang. Am 5. August 1872 empfingen in Mornese in Gegenwart des Bischofs von Acqui die ersten Schwestern das Ordenskleid, und Maria Domenica legte die Ordensgelübde ab. Don Bosco gab der neuen Ordensfamilie den Namen Töchter Mariä Hilfe der Christen.

Zunächst leitete sie die Gemeinschaft als Vikarin, und am 15. Juni 1874 wählten die Schwestern sie einstimmig zur Generaloberin; das Amt nahm sie nur aus Gehorsam an. Obwohl sie Oberin und bisweilen krank war, nahm sie sich von den gemeinsamen Pflichten nicht aus. Sie sorgte sich um die Freude der Schwestern und fragte jede von ihnen oft: „Sei allegra?“ („Bist du fröhlich?“). Das Institut wuchs rasch, und Schwestern brachen in die Mission nach Uruguay, Argentinien und Patagonien auf. Das Mutterhaus wurde nach Nizza Monferrato verlegt.

Dort erkrankte Maria Domenica schwer. Die Nachricht vom nahen Tod nahm sie gelassen auf und ertrug die Schmerzen geduldig. Sie starb am 14. Mai 1881 im Alter von 44 Jahren und rief dabei die Namen Jesus, Maria und Josef an. Sie hinterließ etwa zweihundert Schwestern in rund sechsundzwanzig Häusern.

Pius XI. erkannte 1936 ihre heroischen Tugenden an und sprach sie am 20. November 1938 selig. Pius XII. sprach sie am 24. Juni 1951 im Petersdom zusammen mit der heiligen Emilie de Vialar heilig und legte ihren Gedenktag auf den 14. Mai, den Jahrestag ihres Todes.