
Heilige Margaret Ward
Laie · † 1588
Märtyrin, Laiin, eine der Vierzig Märtyrer von England und Wales
Die heilige Margaret Ward war eine englische katholische Laiin, die in der Zeit der Verfolgung unter Königin Elisabeth I. einem um des Glaubens willen eingekerkerten Priester zur Flucht verhalf. Dafür wurde sie in London gehängt. Sie ist eine der drei Frauen unter den Vierzig Märtyrern von England und Wales. Die Kirche gedenkt ihrer am 30. August.
Sie wurde in Congleton in der Grafschaft Cheshire geboren und stammte aus einer guten Familie. Ihr Geburtsjahr ist nicht bekannt, und über ihre Jugend sind nur sehr wenige Nachrichten erhalten. In London lebte sie im Haus einer vornehmen Dame, Mrs. Whitall, in deren Diensten sie stand.
Zu jener Zeit war im Londoner Gefängnis Bridewell ein katholischer Priester namens Watson inhaftiert. Unter der Folter und den harten Haftbedingungen hatte er einmal an einem protestantischen Gottesdienst teilgenommen und war freigekommen, doch bald bereute er es bitter, widerrief seinen Schritt öffentlich und kam wieder ins Gefängnis, wo man ihn sehr hart behandelte. Mit Erlaubnis ihrer Herrin begann Margaret, ihn zu besuchen und ihm in einem Korb Essen zu bringen. Anfangs wurde sie gründlich durchsucht, mit der Zeit aber wurden die Wächter weniger wachsam.
Als Watson ihr anvertraute, er könnte fliehen, wenn er ein genügend langes Seil hätte, brachte Margaret es ihm in ihrem Korb versteckt. Bei der Flucht half ihr ein junger Ire, der selige John Roche: Er besorgte ein Boot und tauschte später mit dem Priester die Kleider. Watson gelang die Flucht, doch das zurückgebliebene Seil führte die Wärter zu Margaret, und die Kleider des Priesters verrieten Roche. Beide wurden verhaftet und in Ketten gelegt.
Im Gefängnis wurde Margaret gegeißelt und an den Händen aufgehängt, sodass sie mit den Zehenspitzen kaum den Boden berührte. Wie der heilige Robert Southwell schrieb, dauerte dies so lange, dass sie verkrüppelt und gelähmt zurückblieb. Dennoch verriet sie nicht, wo sich der Priester versteckte. Vor Gericht gab sie offen zu, ihm zur Flucht verholfen zu haben. Man versprach ihr die Freiheit, wenn sie die Königin um Verzeihung bitte und anfange, die protestantischen Gottesdienste zu besuchen. Sie antwortete, sie habe die Königin nie beleidigt, und in ihre Kirche zu gehen widerspreche ihrem Gewissen.
Zum Tod verurteilt, wurde sie am 30. August 1588 in Tyburn gehängt. Das Römische Martyrologium sagt, dass sie das Martyrium freudig annahm. Am selben Tag und am selben Ort starben der Priester Richard Leigh sowie die Laien Edward Shelley und Richard Martin, beide Engländer, John Roche, ein Ire, und Richard Lloyd, ein Waliser. Leigh gab sein Leben hin, weil er Priester war, die anderen, weil sie Priester beherbergt hatten.
Pius XI. sprach sie am 15. Dezember 1929 als eine von hundertsechsunddreißig Märtyrern Englands selig. Paul VI. sprach sie am 25. Oktober 1970 als eine der Vierzig Märtyrer von England und Wales heilig. Außer ihr gehören zwei weitere Frauen zu dieser Gruppe: die heilige Margaret Clitherow und die heilige Anne Line.