Heilige Katharina von Schweden
Ordensschwester · † 1381
Jungfrau, Tochter der heiligen Birgitta, Vorsteherin des Klosters Vadstena
Die heilige Katharina von Schweden war die Tochter der heiligen Birgitta von Schweden. Mehr als zwanzig Jahre lang teilte sie mit ihrer Mutter in Rom ein Leben des Gebets, der Wallfahrten und des Dienstes an den Bedürftigen, und nach deren Tod stand sie der ersten Gemeinschaft der Birgittinnen in Vadstena vor. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 24. März.
Sie wurde um 1331 als eines der acht Kinder von Birgitta und Ulf Gudmarsson geboren; das genaue Datum ihrer Geburt ist nicht bekannt. Als Kind wurde sie bei den Nonnen in Riseberga erzogen. Sehr jung wurde sie mit dem Ritter Eggard von Kyren verheiratet. Das Martyrologium berichtet, dass sie gegen ihren Willen vermählt wurde und mit Zustimmung ihres Mannes ihre Jungfräulichkeit bewahrte. Ihre mittelalterliche Lebensbeschreibung fügt hinzu, dass die Eheleute einander aufrichtig zugetan waren.
Birgitta reiste nach dem Tod ihres Mannes 1349 nach Rom. Katharina folgte ihr im Heiligen Jahr 1350, und bald darauf erreichte sie die Nachricht, dass Eggard gestorben war. Sie blieb nun bei ihrer Mutter und teilte fortan deren strenges Leben: das Gebet, den Besuch der Kirchen und die Hilfe für die Armen. Die junge Witwe wies einen Heiratsantrag nach dem anderen zurück. Die Legende erzählt, eine Hirschkuh habe sie vor zudringlichen Freiern gerettet, und deshalb begleitet dieses Tier Katharina auf den Bildern.
Im Jahr 1372 zog sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Birger ins Heilige Land. Bald nach der Rückkehr, am 23. Juli 1373, starb Birgitta in Rom. Katharina erfüllte ihren Wunsch, brachte den Leichnam ihrer Mutter nach Schweden und erreichte am 4. Juli 1374 Vadstena, wo Birgitta das Kloster ihres Ordens gegründet hatte.
Dort übernahm sie die Leitung der Gemeinschaft, die nach der Regel des Ordens des Allerheiligsten Erlösers zu leben begann. Das Römische Martyrologium berichtet, dass sie in Vadstena selbst das Ordenskleid der Nonnen anlegte, und die Überlieferung nennt sie die erste Äbtissin dieses Klosters. Schon 1375 kehrte sie jedoch nach Rom zurück, um sich für die Heiligsprechung ihrer Mutter und die Bestätigung der Regel einzusetzen. Dort verbrachte sie fünf Jahre. Im Jahr 1378 bestätigte Papst Urban VI. die Regel der Birgittinnen. Als das Große Abendländische Schisma ausbrach, stellte sich Katharina auf die Seite Urbans VI. und sagte über die Gültigkeit seiner Wahl aus.
Im Jahr 1380 kehrte sie nach Vadstena zurück. Bald erkrankte sie und starb dort am 24. März 1381. Die Heiligsprechung ihrer Mutter erlebte sie nicht mehr: Papst Bonifatius IX. sprach Birgitta 1391 heilig.
Das Verfahren zur Heiligsprechung Katharinas wurde im 15. Jahrhundert eröffnet, aber nie abgeschlossen. Papst Innozenz VIII. erlaubte ihre Verehrung, und 1489 wurden ihre Reliquien in Vadstena feierlich erhoben. Eine förmliche Heiligsprechung gab es nicht, doch die Kirche verehrt sie als Heilige, und so nennt sie das Römische Martyrologium. Benedikt XVI. erinnerte, als er über die heilige Birgitta sprach, daran, dass ihre Tochter Karin, das heißt Katharina, als Heilige verehrt wird, und sah darin ein beredtes Zeichen für die Hingabe der Mutter an die Erziehung ihrer Kinder.