Heilige Katharina von Genua

Laie · 1447-1510

Witwe, Mystikerin, Leiterin des Spitals Pammatone in Genua

Die heilige Katharina von Genua, geborene Caterina Fieschi, war eine Laiin aus Genua, Ehefrau und später Witwe, und eine Mystikerin, die den größten Teil ihres Lebens den Kranken im Spital Pammatone diente. Bekannt ist sie vor allem durch ihre Lehre über das Fegefeuer. Die Kirche gedenkt ihrer am 15. September, ihrem Todestag.

Sie wurde 1447 in Genua als jüngstes der fünf Kinder von Giacomo Fieschi und Francesca di Negro geboren, aus einer angesehenen Genueser Familie. Mit dreizehn Jahren wollte sie in ein Kloster eintreten, doch die Schwestern nahmen sie wegen ihres jungen Alters nicht auf. Mit sechzehn wurde sie mit Giuliano Adorno verheiratet. Die Ehe erwies sich als schwierig: Ihr Mann war jähzornig, verschwenderisch, untreu und dem Glücksspiel ergeben. Sie suchte Trost im gesellschaftlichen Leben, fand dort aber keinen Frieden.

Die Wende kam am 20. März 1473. Als sie in der Kirche San Benedetto beim Kloster Unserer Lieben Frau von den Gnaden zur Beichte niederkniete, spürte sie, wie sie selbst schrieb, dass die Liebe Gottes ihr Herz verwundete, und zugleich sah sie klar ihr eigenes Elend. Sie brach die Beichte ab und ging nach Hause; einige Tage später legte sie eine Lebensbeichte ab. Ihren Entschluss fasste sie in die Worte: „Nicht mehr Welt, nicht mehr Sünden“. Von da an lebte sie in Buße und Gebet und empfing täglich die heilige Kommunion, was zu ihrer Zeit selten war. Etwa fünfundzwanzig Jahre lang hatte sie keinen geistlichen Begleiter.

Katharina widmete sich den Kranken, zuerst in ihren Häusern, dann im Spital Pammatone, dem größten in Genua. Dort verrichtete sie die niedrigsten Dienste, und mit der Zeit wurde ihr die Leitung des Spitals anvertraut. Sie diente auf eigene Kosten. Nach der Heiligsprechungsbulle küsste sie während einer Seuche eine sterbende Frau, die auf ihr Zureden hin versuchte, den Namen Jesu auszusprechen. Sie steckte sich an und war dem Tod nahe; nach ihrer Genesung kehrte sie zu den Kranken zurück.

Ihr Beispiel verwandelte auch ihren Mann. Die Eheleute beschlossen, enthaltsam zu leben, und Giuliano gab sein früheres Leben auf, nahm das Gewand eines franziskanischen Terziaren an und zog ins Spital, um seiner Frau zu helfen. Er starb 1497. Die Bulle berichtet, dass ihm in seiner letzten Krankheit das Gebet seiner Frau den Frieden wiedergab.

Um Katharina sammelte sich ein Kreis von Schülern und Mitarbeitern. Sie sprach nur ungern über ihre Erfahrungen; ihre Worte wurden von Vertrauten aufgeschrieben, und ihr späterer Beichtvater, der Priester Cattaneo Marabotto, besorgte die endgültige Fassung. Das Werk erschien 1551 in Genua in drei Teilen: die Vita, der Traktat über das Fegefeuer und der Dialog zwischen Seele und Leib. Das Fegefeuer beschrieb sie nicht als Ort, sondern als inneres Feuer, in dem die Liebe Gottes die Seele läutert, die über die Sünde trauert.

Sie starb am 15. September 1510 in Genua. Ihr Leib ruht in der Genueser Kirche Santissima Annunziata di Portoria. Clemens X. bestätigte 1675 ihre Verehrung, und Clemens XII. sprach sie am 16. Juni 1737 heilig und legte ihren Gedenktag auf den 15. September. 1943 erklärte Pius XII. sie zur Mitpatronin der Krankenhäuser Italiens.