
Heilige Helena
Matrone
Mutter Kaiser Konstantins, Stifterin von Basiliken im Heiligen Land
Die heilige Helena war die Mutter Kaiser Konstantins des Großen. Als Kaiserin half sie den Armen, und im hohen Alter pilgerte sie ins Heilige Land, wo sie in Betlehem und auf dem Ölberg Kirchen errichten ließ. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 18. August.
Ihr Geburtsjahr ist nicht bekannt; nach Eusebius von Caesarea, ihrem Zeitgenossen, starb sie mit etwa achtzig Jahren. Sie stammte wahrscheinlich aus Drepanon in Bithynien, das Konstantin später Helenopolis nannte, und aus einfachen Verhältnissen: Der heilige Ambrosius nennt sie eine stabularia, eine Frau, die in einer Herberge arbeitete. Mit dem römischen Offizier Constantius Chlorus hatte sie einen Sohn, Konstantin, der in Naissus geboren wurde. Die Historiker sind sich uneins, ob sie die rechtmäßige Ehefrau des Constantius war. Dieser trennte sich aus politischen Gründen von ihr und heiratete Theodora, die Stieftochter des Kaisers Maximian.
Nach Konstantins Sieg über Maxentius im Jahr 312 ließ sich Helena wahrscheinlich in Rom nieder, wo ihr der Sessorianische Palast gehörte. Eusebius schreibt, ihr Sohn habe sie zum Glauben geführt, den sie zuvor nicht bekannt hatte, und sie zu einer so eifrigen Verehrerin Gottes gemacht, als wäre sie von Kindheit an eine Jüngerin des Erlösers gewesen. Christin wurde sie also wohl erst mit über sechzig Jahren. Konstantin verlieh ihr den Titel Augusta, und ihr Bild wurde auf Goldmünzen geprägt.
Eusebius schildert ihre Freigebigkeit. Sie gab den Armen Geld und Kleidung, befreite Gefangene und zur Arbeit in den Bergwerken Verurteilte und holte Verbannte zurück. Sie besuchte häufig die Kirchen und beschenkte sie, auch in kleinen Städten, und betete in schlichter Kleidung mitten unter den einfachen Gläubigen, woran auch das Martyrologium erinnert.
Nach 324, als Konstantin Alleinherrscher des Reiches geworden war, brach Helena trotz ihres hohen Alters nach Palästina auf, um Gott zu danken, für ihren Sohn und ihre Enkel zu beten und die Orte zu verehren, an denen der Erlöser gegangen war. Sie stiftete zwei Kirchen: eine bei der Geburtsgrotte in Betlehem und eine auf dem Gipfel des Ölbergs, zum Gedächtnis der Himmelfahrt des Herrn.
Die Überlieferung verbindet ihren Aufenthalt in Jerusalem mit der Auffindung des Kreuzes Christi. Eusebius, der die Pilgerreise beschrieb, erwähnt sie nicht; als Finderin des Kreuzes erscheint Helena erst bei Autoren vom Ende des 4. Jahrhunderts, beim heiligen Ambrosius und bei Rufinus von Aquileia. Das Martyrologium sagt, sie habe die Krippe und das Kreuz des Herrn mit Basiliken geehrt. Der Überlieferung nach brachte sie einen Teil der Kreuzreliquien in ihre römische Residenz, wo heute die Basilika Santa Croce in Gerusalemme steht.
Sie starb nicht lange nach der Pilgerreise, um 330, und ihr Sohn blieb bis zuletzt an ihrer Seite; das genaue Jahr und der Ort ihres Todes sind ungewiss. Sie wurde in Rom in einem Mausoleum an der Via Labicana beigesetzt, und ihr Porphyrsarkophag befindet sich heute in den Vatikanischen Museen. Sie wird seit der Antike als Heilige verehrt; die Ostkirchen gedenken ihrer zusammen mit Konstantin am 21. Mai. Johannes Paul II. sprach von ihr als einer Frau und Familienmutter, die als Christin ihren Anteil an der großen Wende ihrer Zeit hatte.