Heilige Hedwig von Schlesien

Matrone · † 1243

Herzogin von Schlesien, Ehefrau und Mutter, Stifterin des Klosters Trebnitz

Die heilige Hedwig von Schlesien war Herzogin, Ehefrau Heinrichs des Bärtigen und Mutter, und nach dem Tod ihres Mannes lebte sie im Kloster der Zisterzienserinnen in Trebnitz (Trzebnica), das sie selbst gestiftet hatte. Bekannt wurde sie durch ihre Sorge für die Armen und Kranken. Die Kirche gedenkt ihrer am 16. Oktober.

Sie stammte aus Bayern, aus dem Geschlecht der Grafen von Andechs. Ihr Geburtsjahr ist nicht sicher: Genannt werden die Jahre von 1174 bis 1180. Erzogen wurde sie bei den Benediktinerinnen in Kitzingen. Als sehr junges Mädchen wurde sie mit Heinrich aus der Dynastie der Piasten verheiratet, dem späteren Herzog von Schlesien, genannt der Bärtige. Sie kam aus Deutschland nach Schlesien, lernte die polnische Sprache und blieb bis an ihr Lebensende in ihrer neuen Heimat.

In ihrer Ehe brachte sie mehrere Kinder zur Welt und erzog sie in der Furcht Gottes. Sie unterstützte ihren Mann bei der Regierung des Herzogtums, lebte selbst aber bescheiden und trug schlichte, abgetragene Kleider. Die Heiligsprechungsbulle erwähnt, dass die Eheleute in gegenseitigem Einvernehmen ein Gelübde der Enthaltsamkeit ablegten und viele Jahre daran festhielten, damit Hedwig mehr Zeit dem Gebet widmen konnte.

Ihre besondere Sorge galt den Armen. Sie gründete für sie Hospitäler, diente ihnen persönlich und pflegte Aussätzige, ohne die Ansteckung zu fürchten. Sie pflegte zu sagen, die Armen seien unsere Herren. Gemeinsam mit ihrem Mann stiftete sie 1202 in Trebnitz das Kloster der Zisterzienserinnen, dessen Äbtissin später ihre Tochter Gertrud wurde.

Heinrich der Bärtige starb 1238. Als Witwe zog Hedwig nach Trebnitz und teilte fortan das Leben der Nonnen. Nach der Heiligsprechungsbulle hielt sie die klösterliche Ordnung eifriger als die Nonnen selbst, legte aber keine Ordensgelübde ab und verzichtete nicht auf ihr Vermögen. Sie wollte, wie überliefert ist, weiterhin die Mittel haben, um Bedürftige zu unterstützen.

1241 fiel ihr Sohn, Herzog Heinrich der Fromme, bei Liegnitz (Legnica) in der Schlacht gegen die Tataren. Die Bulle berichtet, dass Hedwig diese Nachricht im Glauben annahm: Sie dankte Gott für einen solchen Sohn und empfahl ihm seine Seele. Sie starb am 15. Oktober 1243 in Trebnitz und wurde im dortigen Kloster beigesetzt, wo sich bis heute ihr Heiligtum befindet.

Die polnischen Bischöfe und Herzöge baten gemeinsam mit der Äbtissin und den Nonnen von Trebnitz Papst Urban IV. um ihre Heiligsprechung, und dieser ordnete an, ihr Leben und ihre Wunder zu prüfen. Clemens IV. nahm sie am 26. März 1267 in Viterbo in die Schar der Heiligen auf. An ihrem Gedenktag, dem 16. Oktober 1978, wurde Kardinal Karol Wojtyła zum Papst gewählt. Johannes Paul II. nannte die heilige Hedwig die Patronin der Versöhnung zwischen benachbarten Völkern.