Heilige Gianna Beretta Molla

Laie · 1922-1962

Familienmutter, Kinderärztin, in der Katholischen Aktion engagiert

Gianna Beretta Molla wurde 1922 in Magenta als zehntes von dreizehn Kindern von Alberto und Maria geboren. Sie war ein durchschnittlich begabtes Kind, erreichte aber viel durch tägliche Gewissenhaftigkeit. Sie schloss ein Medizinstudium ab. Obwohl sie sich auf das Studium konzentrierte, vernachlässigte sie nie die tägliche heilige Messe und das Gebet. Aus ihren erhaltenen Aufzeichnungen aus dieser Zeit spricht eine große Reife des Glaubens und Verantwortung für jedes Wort.

1951 begegnete sie zum ersten Mal zufällig dem Ingenieur Pietro Molla, den sie vier Jahre später heiratete.

Sie liebte mit ganzer Hingabe, bedingungslos. In einem ihrer Briefe schrieb sie: „Pietro, ich möchte für dich die starke Frau aus dem Evangelium sein.“ Sie wusste, wie wichtig für Eheleute das gemeinsame Gebet und die Teilnahme an der heiligen Messe sind. Sie und ihr Mann waren fleißige, aber heitere und glückliche Menschen. Beide zeichneten sich durch Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit aus. Sie versuchten, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. Sie gingen in die Berge, fuhren Ski und liebten Konzerte und Theateraufführungen.

Die heilige Gianna verfolgte die neuesten Modetrends. Sie war eine elegante Frau und achtete auf ihre Kleidung. Als sie zum letzten Mal schwanger war, bat sie ihren Mann, der geschäftlich nach Paris gereist war: „Bring mir Modezeitschriften mit. Wenn ich Giannina zur Welt gebracht habe, möchte ich gut aussehen.“ Sie liebte die Musik und malte Bilder. Bei aller weiblichen Zartheit hatte sie einen starken Charakter. Sie konnte mit dem Eispickel in der Hand klettern und bestieg mehrmals den Mont Blanc. Sie war eine hervorragende Ärztin. Sie konnte Auto fahren, was damals bei Frauen nicht häufig war.

Ein Jahr nach der Hochzeit wurde Pierluigi geboren. 1957 kam Maria Zita zur Welt und zwei Jahre später Laura. Im September 1961, gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats, zeigte sich, dass sich in Giannas Gebärmutter ein Fibrom entwickelt hatte, das das Kind und das Leben der Mutter bedrohte. Obwohl aus medizinischer Sicht ein Schwangerschaftsabbruch angezeigt war, entschied sich Gianna, das Kind bis zum Ende auszutragen. Sie war sich der drohenden Gefahr bewusst. Von Anfang an verlangte sie entschieden, das Leben des Kindes um jeden Preis zu retten. Die Operation zur Entfernung des Fibroms gelang, das Kind konnte ungehindert heranwachsen, doch der Gesundheitszustand der Mutter verschlechterte sich. Am 20. April 1962, am Karfreitag, kam Gianna ins Krankenhaus. Am nächsten Morgen brachte sie ein gesundes Töchterchen zur Welt, lag aber selbst im Sterben. Eine Woche später, am 28. April 1962, starb sie.

Ihr Mann sagte nach ihrem Tod: „Um ihre Entscheidung zu verstehen, muss man sich ihre tiefe Überzeugung vor Augen halten, als Mutter und als Ärztin, dass das Kind, das sie in sich trug, ein Wesen mit denselben Rechten wie ihre anderen Kinder war, auch wenn seit seiner Empfängnis erst zwei Monate vergangen waren.“

Johannes Paul II. sprach Gianna am 24. April 1994 im Internationalen Jahr der Familie selig und am 16. Mai 2004 heilig. Bei der feierlichen heiligen Messe waren unter anderem Giannas Ehemann und ihre jüngste Tochter Gianna Emanuela anwesend, die heute Ärztin in Mailand ist.