Heilige Gemma Galgani
Laie · 1878-1903
Jungfrau, Laiin aus Lucca, Mystikerin der Passion des Herrn
Die heilige Gemma Galgani war eine junge Laiin aus Lucca in der Toskana, eine Mystikerin, die ganz in die Betrachtung des Leidens Christi versunken war. In ihrem kurzen Leben ertrug sie viele Krankheiten und Verluste, und sie starb mit fünfundzwanzig Jahren am Karsamstag 1903. Die Kirche gedenkt ihrer am 11. April.
Sie wurde am 12. März 1878 in Camigliano bei Lucca geboren, als eines der acht Kinder des Apothekers Enrico Galgani und seiner Frau Aurelia, geborene Landi. Einen Monat später zog die Familie nach Lucca. Als Gemma acht Jahre alt war, starb ihre Mutter. Das Mädchen ging bei den Oblatinnen des Heiligen Geistes zur Schule, unter den Augen ihrer Gründerin, der heiligen Elena Guerra. Im Jahr 1887, am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, empfing sie die Erstkommunion.
Die folgenden Jahre brachten weitere Schläge. Ihr Bruder Gino, ein Seminarist, starb, und 1897 der Vater, nach dessen Tod die Geschwister in Not zurückblieben. Gemma lebte bei einer Tante in Camaiore, doch als ihr ein Heiratsantrag gemacht wurde, kehrte sie nach Lucca zurück, weil sie allein Jesus gehören wollte. Sie erkrankte schwer an der Wirbelsäule und lag viele Monate teilweise gelähmt darnieder. In dieser Zeit las sie die Lebensbeschreibung des Passionisten Gabriel von der schmerzensreichen Jungfrau. Im März 1899, nach einer Novene zur heiligen Margareta Maria Alacoque, wurde sie auf eine Weise gesund, die man als Wunder ansah.
Sie sehnte sich nach dem Ordensleben, wurde aber in kein Kloster aufgenommen. Sie bat um einen Platz bei den Passionistinnen in Tarquinia; dem standen ihre schwache Gesundheit und auch das Aufsehen um die außergewöhnlichen Erscheinungen in ihrem Leben entgegen. Sie blieb Laiin und legte die Gelübde der Passionistinnen nur privat ab.
Am Vorabend des Hochfestes des Heiligsten Herzens, am 8. Juni 1899, empfing sie, wie Zeugen aussagten, die Wundmale: Wunden an Händen, Füßen und an der Seite. Eine Zeit lang öffneten sie sich jede Woche, vom Donnerstagabend bis Freitag um fünfzehn Uhr. Zeugen berichteten auch von Ekstasen, in denen sie mit Jesus, Maria und ihrem Schutzengel sprach. Nicht alle glaubten ihr. Der Passionist Pater Germano Ruoppolo, ihr Seelenführer, trat für Gemma ein, und sie selbst beschrieb auf Weisung ihrer geistlichen Begleiter ihre Erlebnisse in ihrer Autobiografie, ihrem Tagebuch und ihren Briefen.
Im Jahr 1899 schloss sie Freundschaft mit der Familie Giannini aus Lucca, die sie bald wie eine Tochter in ihr Haus aufnahm. Cecilia Giannini wurde ihr zur zweiten Mutter. Gemma half im Haushalt, pflegte die Kranken und verbrachte lange Stunden im Gebet. Im Jahr 1902 erkrankte sie an Tuberkulose. Sie starb in Lucca am 11. April 1903, einem Karsamstag.
Pius XI. sprach sie am 14. Mai 1933 selig, Pius XII. am 2. Mai 1940 heilig. Als der Heilige Stuhl 1931 den heroischen Grad ihrer Tugenden feststellte, hielt er fest, dass er über ihre außergewöhnlichen Gaben kein Urteil fälle. Das Römische Martyrologium hebt an ihr die Betrachtung des Leidens des Herrn und die Geduld im Ertragen der Schmerzen hervor. Der Leib der Heiligen ruht in Lucca, im Heiligtum beim Kloster der Passionistinnen.