Heilige Dionysius und Gefährten

Erster Bischof von Paris und seine Gefährten, Märtyrer des 3. Jahrhunderts

Der heilige Dionysius war der erste Bischof von Paris und starb im 3. Jahrhundert als Märtyrer, zusammen mit dem Priester Rusticus und dem Diakon Eleutherius. Die Kirche gedenkt ihrer gemeinsam am 9. Oktober. Diesen Tag verzeichnet bereits das alte Martyrologium Hieronymianum als ihren Gedenktag.

Die älteste Nachricht über Dionysius überlieferte im 6. Jahrhundert der heilige Gregor, Bischof von Tours und Geschichtsschreiber der Franken. Er schreibt, unter Kaiser Decius, um die Mitte des 3. Jahrhunderts, seien sieben Bischöfe nach Gallien gesandt worden, um das Evangelium zu verkünden, und Dionysius sei Paris zugefallen, das damalige römische Lutetia. Nach Gregor erlitt er für den Namen Christi verschiedene Qualen und starb durch das Schwert. Das Römische Martyrologium berichtet, er sei der Überlieferung nach vom Bischof von Rom nach Gallien gesandt worden; Legenden nennen Papst Fabian. Über Herkunft und früheres Leben des Dionysius ist nichts Sicheres bekannt, auch sein Todesjahr kennt man nicht.

Gregor erwähnt die Gefährten des Dionysius nicht; ihre Namen überliefern spätere Quellen, und die in den folgenden Jahrhunderten verfassten Berichte über das Martyrium vermischen Geschichte und Legende. Seit dem 9. Jahrhundert verlegt die Überlieferung den Ort ihres Todes auf den Hügel Montmartre. Der Legende nach erhob sich der enthauptete Bischof und trug seinen eigenen Kopf, weshalb die Kunst ihn meist mit dem Kopf in den Händen darstellt.

Sicher ist dagegen die frühe Verehrung. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts errichtete der Klerus von Paris auf Betreiben der heiligen Genoveva über dem Grab der Märtyrer nördlich der Stadt eine Basilika, und Gregor von Tours beschreibt Wunder, die sich am Grab ereigneten.

Im 7. Jahrhundert stattete König Dagobert I. das Kloster bei der Basilika großzügig aus und wollte dort begraben werden. Die Abtei Saint-Denis wurde eine der bedeutendsten Frankreichs und ihre Kirche zur Grabstätte der Könige. Der Neubau, den Abt Suger im 12. Jahrhundert ausführen ließ, gilt als Beginn der gotischen Architektur. 1980 feierte der heilige Johannes Paul II. in der Basilika Saint-Denis eine Messe für die Arbeiter und erinnerte in seiner Predigt daran, dass sie die Gräber der Könige Frankreichs birgt.

Im 9. Jahrhundert setzte Hilduin, Abt von Saint-Denis, Dionysius mit Dionysius Areopagita gleich, dem in der Apostelgeschichte erwähnten Athener, der nach der Rede des heiligen Paulus zum Glauben kam, und ebenso mit dem Verfasser der dem Areopagiten zugeschriebenen Schriften. Dieser Irrtum hielt sich das ganze Mittelalter hindurch und trug zur Blüte der Verehrung bei. Heute gedenkt das Römische Martyrologium des Dionysius Areopagita gesondert am 3. Oktober. Dionysius gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Er und seine Gefährten werden seit dem Altertum verehrt, ohne förmliche Heiligsprechung.