Heilige Chrysanthus und Daria

Märtyrer von Rom, der Überlieferung nach Eheleute

Die heiligen Chrysanthus und Daria sind römische Märtyrer aus den ersten Jahrhunderten des Christentums, die die Überlieferung als Eheleute darstellt. Das Römische Martyrologium gedenkt ihrer am 25. Oktober in Rom, auf dem Friedhof des Thraso an der Via Salaria Nova, und fügt hinzu, dass der heilige Papst Damasus sie gerühmt hat.

Über ihr Leben ist sehr wenig bekannt. Sicher ist, dass sie in Rom ihr Leben für Christus hingaben und dass ihr Grab seit dem Altertum verehrt wurde. Es lag in einer aufgelassenen Sandgrube neben der Katakombe des Thraso. Über ihm wurde eine Kirche errichtet, zu der an ihrem Festtag viele Gläubige kamen. Papst Damasus, der sich im 4. Jahrhundert um die Gräber der römischen Märtyrer kümmerte, schmückte den Ort und ließ dort in Marmor gemeißelte Verse zu ihren Ehren anbringen. Im 6. Jahrhundert beschrieb der heilige Gregor von Tours das Heiligtum.

Alles Weitere erzählt ein Bericht über ihr Martyrium, der lange nach ihrem Tod verfasst wurde und dem die Historiker keinen Quellenwert zuerkennen. Nach dieser Überlieferung stammte Chrysanthus aus Alexandria und kam nach Rom, um Philosophie zu studieren. Dort lernte er das Christentum kennen und bekehrte sich. Sein Vater versuchte, ihn vom Glauben abzubringen, und bediente sich dazu unter anderem der Daria, einer Priesterin der Vesta. Es kam jedoch anders: Daria war es, die unter dem Einfluss des Chrysanthus zum Glauben an Christus fand.

Die Überlieferung berichtet weiter, dass die beiden eine Ehe schlossen, in der sie die Jungfräulichkeit bewahrten, und dass sie gemeinsam viele Einwohner Roms zum Glauben führten. Als man sie gefangen nahm, bekehrte sich der Tribun Claudius, dem sie anvertraut worden waren, selbst mit seiner ganzen Familie. Auf Befehl des Kaisers sollten alle den Tod erleiden. Chrysanthus und Daria wurden zu einer Sandgrube an der Via Salaria geführt und dort, wie es der Bericht will, lebendig begraben.

Die Überlieferung verlegt ihren Tod in das 3. Jahrhundert, doch dieses Datum lässt sich nicht bestätigen. Sicherer sind die Spuren ihrer Verehrung, die sich weit über Rom hinaus verbreitete. Die Gestalten beider Märtyrer sind auf den Mosaiken der Basilika Sant'Apollinare Nuovo in Ravenna zu sehen. Im 9. Jahrhundert gelangten Reliquien, die als ihre Gebeine verehrt werden, in die Abtei Prüm und von dort nach Münstereifel im Rheinland. Als ihre Reliquien gelten auch die Gebeine, die im Dom von Reggio Emilia aufbewahrt werden, und die Stadt verehrt Chrysanthus und Daria als ihre Patrone. Die Ostkirchen gedenken ihrer am 19. März.

Chrysanthus und Daria gehören zu den Heiligen, die seit dem Altertum verehrt werden, lange bevor das Heiligsprechungsverfahren entstand. Ihre Namen wurden schon in den ältesten Märtyrerverzeichnissen der Kirche festgehalten, und bis heute gedenken die Gläubigen ihrer gemeinsam als zweier Zeugen der Treue zu Christus bis in den Tod.